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Salzburger
FENSTER
Ausgabe 37/08
Wieder eine "Türkenliste" bei AK-Wahl
In Salzburg sechs
Listen – Wahlvorschläge werden noch geprüft
Klein-Fraktionen bei
der AK-Wahl in Salzburg: 2004 gingen sie im SPÖ-dominierten Wahlkampf
unter, bei der jetzigen AK-Wahl versuchen sie es erneut. Antreten wird
auch wieder das Bündnis Mosaik – die „Türkenliste“ erreichte schon
einmal ein Mandat.
Bereits bei der AK-Wahl
2000 trat in Salzburg das „Bündnis Mosaik“ an – das Bündnis erreichte
damals ein Mandat. Von der „Türkenliste“ war in der AK-Politik aber so
gut wie nichts zu bemerken, Yavuz Yarat, der damalige
Bündnis-Mosaik-Mandatar, fiel lediglich dadurch auf, dass es von ihm
während der gesamten vier Jahre keinen einzigen Antrag und keine
einzige Wortmeldung in der Vollversammlung gab, wie FSG-Fraktionsobmann
Walter Androschin kürzlich anmerkte. (Bei einem Ramadan-Essen des
Vereins Atib, des offiziell vom türkischen Staat anerkannten türkischen
Kulturvereins.) Bei der AK-Wahl 2004 verpasste das Bündnis Mosaik den
Einzug in die Vollversammlung knapp – es fehlten rund 150 Stimmen. (Für
ein Mandat sind rund 900 Stimmen notwendig, das Bündnis hatte 750
Stimmen.) Bei der jetzigen AK-Wahl (Ende Jänner, Anfang Februar) will
das Bündnis Mosaik in Salzburg den Einzug wieder schaffen, wie Levent
Öztürk, Fraktionsvorsitzender in Wien, gegenüber dem SF bestätigte.
Und es könnte auch gelingen: Bei der vorigen AK-Wahl
hatten Klein-Fraktionen auch sonst keine Chance, der AK-Wahlkampf stand
ganz im Zeichen des Landtagswahlkampfes, die Stimmung einer Wende im
Land (die SPÖ eroberte den Landeshauptmann) verhalf der SPÖ auch in der
AK-Wahl zu einem Triumph: Die SPÖ-Gewerkschafter (FSG) erreichten eine
Zweidrittel-Mehrheit, alle drei Präsidenten gingen an die FSG. Das
könnte diesmal nicht in diesem Ausmaß der Fall sein, wiewohl sich der
AK-Wahlkampf wieder mit dem Landtagswahlkampf überschneidet. Was
Burgstallers Strahlkraft betrifft, ist ja mittlerweile Normalität
eingekehrt.
Bündnis Mosaik: neuer Spitzenkandidat
Dass es bei den AK-Wahlen eine eigene „Türkenliste“ gibt, stieß in
Salzburg bereits bei der AK-Wahl 2000 auf Kritik:
„Arbeitnehmerinteressensvertretung ist Interessensvertretung für alle
Arbeitnehmer“, sahen Fraktionen, die auch „ausländische“ Kollegen auf
den Listen hatten, keine Notwendigkeit für eine eigene Türkenliste. Das
Bündnis Mosaik galt damals zudem als eher nationalistisch ausgerichtet,
wie Hakan Yarat bestätigt, der Bündnis-Spitzenkandidat 2004 in Salzburg
war. Jetzt tritt das Bündnis Mosaik mit Berkan Senocak als
Spitzenkandidat an. Wie Bundeschef Levent Öztürk betont, verwahre er
sich dagegen, das Mosaik-Bündnis als Türkenliste zu bezeichnen. Es
handle sich um eine Migranten-Liste: „In Salzburg wird auch ein
Kandidat aus Pakistan auf der Liste sein.“ Die Liste werde noch
ergänzt, sagt Levent Öztürk. Durch den Ramadan, der heuer Ende
September zu Ende ging, sei die Vorbereitungszeit sehr kurz gewesen.
AUGE:
Türke auf sicheren Listenplatz
Robert Müllner, Spitzenkandidat der Alternativen-Grünen
GewerschafterInnen (AUGE), steht einer eigenen „Türkenliste“ nach wie
vor skeptisch gegenüber: „Wir haben auf unserer Liste 14 KandidatInnen
mit Migrationshintergrund, für uns ist eine gemeinsame Kandidatur
selbstverständlich.“ Mit einem türkischen Kandidaten auf dem sicheren
vierten Listenplatz (dem Kraftfahrer Kale Ümit) wollen die
AUGE-Gewerkschafter auch ein Signal in diese Richtung setzen.
Eine weitere Klein-Fraktion, die 2004 bei dem alles beherrschenden
SPÖ-Wahlkampf unterging, will es diesmal erneut versuchen: der KPÖ-nahe
Gewerkschaftliche Linksblock (GLB). Spitzenkandidat ist Gerhard Wimmer.
Nicht mehr antreten wird die Fraktion „Frei – Unabhängig“ von Wolfgang
Hausmann und Norbert Karl, die sich von der FPÖ-Fraktion lossagten und
getrennt kandidierten, 2004 den Einzug jedoch ebenfalls nicht
schafften.
Erstmals passives Wahlrecht
für Ausländer
Erstmals gibt es bei der AK-Wahl das passive Wahlrecht für Ausländer –
das heißt, Ausländer können sich auch aufstellen lassen. Bisher konnten
Ausländer nur dann kandidieren (und gewählt werden), wenn sie die
österreichische Staatsbürgerschaft hatten. Das passive Wahlrecht für
alle MigrantInnen wurde übrigens nach Einreichen einer entsprechenden
Klage der AUGE beim Europäischen Gerichtshof erreicht, seit Anfang 2006
ist es in Kraft. Das passive Wahlrecht für Ausländer gibt es auch auf
kommunaler Ebene.
Für die Gemeinderatswahl in der Stadt Salzburg hat die SPÖ einen Bosnier an wählbarer Stelle auf ihrer Liste.
Sechs Listen bei AK-Wahl in Salzburg
In Salzburg wurden sechs Wahlvorschläge eingereicht, Einreichschluss
war am 20. Oktober, offiziell stehen die Listen aber erst mit 21.
November nach Prüfung und der Sitzung der Hauptwahlkommission fest.
Eingereicht haben:
• Sozialdemokratische Gewerkschafter Siegfried Pichler – FSG
• Fraktion Christliche Gewerkschafter – ÖAAB und FCG Kurt Friedl
• Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen – AUGE/UG
• Freiheitliche Arbeitnehmer FA/FPÖ
• Bündnis Mosaik
• Gewerkschaftlicher Linksblock – GLB
Wie schon beim vorigen Mal wurde die AK-Wahl in Salzburg kurz vor der
anstehenden Landtagswahl angesetzt (vom 26.1. bis 6.2.2009).
Erstmals passives Wahlrecht
für Ausländer
Erstmals gibt es bei der AK-Wahl das passive Wahlrecht für Ausländer –
das heißt, Ausländer können sich auch aufstellen lassen. Bisher konnten
Ausländer nur dann kandidieren (und gewählt werden), wenn sie die
österreichische Staatsbürgerschaft hatten. Das passive Wahlrecht für
alle MigrantInnen wurde übrigens nach Einreichen einer entsprechenden
Klage der AUGE beim Europäischen Gerichtshof erreicht, seit Anfang 2006
ist es in Kraft. Das passive Wahlrecht für Ausländer gibt es auch auf
kommunaler Ebene.
Für die Gemeinderatswahl in der Stadt Salzburg hat die SPÖ einen Bosnier an wählbarer Stelle auf ihrer Liste.
Sechs Listen bei AK-Wahl in Salzburg
In Salzburg wurden sechs Wahlvorschläge eingereicht, Einreichschluss
war am 20. Oktober, offiziell stehen die Listen aber erst mit 21.
November nach Prüfung und der Sitzung der Hauptwahlkommission fest.
Eingereicht haben:
• Sozialdemokratische Gewerkschafter Siegfried Pichler – FSG
• Fraktion Christliche Gewerkschafter – ÖAAB und FCG Kurt Friedl
• Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen – AUGE/UG
• Freiheitliche Arbeitnehmer FA/FPÖ
• Bündnis Mosaik
• Gewerkschaftlicher Linksblock – GLB
Wie schon beim vorigen Mal wurde die AK-Wahl in Salzburg kurz vor der
anstehenden Landtagswahl angesetzt (vom 26.1. bis 6.2.2009).
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Brigitte Gappmair
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salzburg24
21.10.2008AK-Wahl: 70 KandidatInnen auf der AUGE–Liste
Salzburg - Eine Steigerung von drei auf vier Mandate
in der Vollversammlung sowie ein Mandat im Vorstand der Arbeiterkammer.
Das ist das erklärte Wahlziel der Alternativen Unabhängigen und Grünen
GewerkschafterInnen (AUGE/ UG) bei den AK-Wahlen vom 26. Jänner bis 6.
Februar 2009 in Salzburg.
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Die
KandidatInnen auf dem Gruppenbild: Rudi Hemetsberger, Sonja Schachtner,
Robert Müllner, Ümit Kale, Ingrid Schläffer, Wolfgang Podgadl, Johanna
Landauer (v.l.)
AUGE |
"Wir haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass man auch als kleine
Fraktion den Kurs der AK maßgeblich mitbestimmen kann", erklärt Robert
Müllner, Betriebsratsvorsitzender der Beschläge-Firma
MACO "Von 85 Anträgen, die wir in der Vollversammlung eingebracht
haben, wurden über 80% angenommen." Als Beispiel nennt Müllner den
erfolgten Schulterschluss zwischen Arbeiterkammer und NGOs im Rahmen
des Treffens der Alternativnobelpreisträger in Salzburg. "Diese
Zusammenarbeit wäre ohne unsere Initiative nicht möglich gewesen."
Unter den 70 KandidatInnen der AUGE sind Frauen in der Mehrheit.
Mit Ingrid Schläffer scheint auf dem 2. Listenplatz eine bewährte
Betriebsrätin auf, die sich als Objektleiterin im Landeskrankenhaus
insbesondere für die Situation der Reinigungskräfte einsetzt. Daniela
Aigner (4. Listenplatz) weiß als Krankenschwester besonders über die
Problematiken im Pflegebereich bescheid.
14 KandidatInnen der AUGE haben migrantischen Hintergrund. Aufgrund
eines Musterprozesses, den die AUGE bis zum Europäischen Gerichtshof
durchgefochten hat, dürfen in Österreich heuer erstmals auch
MigrantInenn das passive Wahlrecht in Anspruch nehmen. So kandidiert
der Kraftfahrer Kale Ümit auf einen sicheren Listenplatz. Weitere
Themen, die von der AUGE im Wahlkampf aufgeworfen werden, sind die
Situation von atypisch Beschäftigten, Steuer(un)gerechtigkeit sowie
innerbetriebliche Demokratie.
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ORF.at
AK -Wahl
21.10.2008 Grüne Gewerkschafter wollen
stärker werden
Die Alternativen und Grünen Gewerkschafter
(AUGE) wollen bei der Arbeiterkammerwahl Ende Jänner dazugewinnen - ein
Mandat mehr als bisher ist das Ziel.
Müllner wieder Spitzenkandidat
Künftig wollen die grünen Gewerkschafter
mit vier Vertretern in der AK-Vollversammlung sitzen. Bisher haben sie
drei der 70 Mandate dort.
Spitzenkandidat der AUGE ist neuerlich
Robert Müllner,
Betriebsratsvorsitzender der
Beschlägefabrik MACO. Auf Platz zwei kandidiert Ingrid Schläffer,
Betriebsrätin in den Salzburger Landeskliniken. Insgesamt umfasst die
AUGE-Liste 70 Personen, davon mehrheitlich Frauen. |

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AK |
INFO
(©
http://diepresse.com/)
Der Nationalrat trat am
Mittwoch 24. Sept. 2008 zum letzten Mal vor der Wahl zusammen.
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Die Anträge im Überblick |
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Antrag |
von |
angenommen? |
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Pensionsanpassung schon im ersten Jahr
nach der Pensionierung |
BZÖ |
EINSTIMMIG |
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Weniger AK-Beiträge bei
niedrigen Einkommensbeziehern |
BZÖ |
ABGELEHNT |
| Senkung der
Umsatzsteuer aus Lebensmittel |
SPÖ, FPÖ |
ABGELEHNT,
Antrag wird an den Ausschuss verwiesen |
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AK |
Schwarz-blau-orange wollen
ArbeitnehmerInnen schwächen
"Die SPÖ hat sich mit ihrer
blau-orangen Allianz keine Freude gemacht. Denn nun wollen Blau-Orange
gemeinsam mit der ÖVP die Arbeiterkammern schwächen", kritisiert der stv.
Klubobmann und Sozialsprecher Karl Öllinger die Vorschläge zu einer
massive Kürzung der Arbeiterkammerumlage. "Stummvoll, Haider & Strache
wollen die Vertretung der ArbeitnehmerInnen schwächen und potentielle
KritikerInnen der arbeitnehmerInnen-feindlichen Politik von ÖVP, BZÖ und
FPÖ vorsorglich zum Verstummen bringen. Die Grünen machen da nicht mit".
> weiter zum ganzen Artikel
>
mehr Info in AUGE - aktuell
Als AUGE/UG freut es uns natürlich, wenn
sich die Grünen so eindeutig hinter die AK stellen.
Wir werden gemeinsam darum kämpfen, das
die AK auch weiterhin so wie bisher für die Rechte aller ArbeitnehmerInnen
eintreten kann, und nicht durch abdrehen des Geldhahnes mundtot gemacht
wird"
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Salzburger Nachrichten
24.06.2008
Spatenstich für Maco-Werk
Der Ausbau der Firma Maco in Salzburg spießt sich. Verzögerungen gab es
auch beim Projekt im Lungau. Dort soll aber am 3. Juli Spatenstich sein.
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Ärgert
sich über ein zu langsames Tempo in der Stadtpolitik:
Maco-Angestellten-Betriebsratsvorsitzender Robert Müllner.
Bild:
SN/Andreas KOLARIK |
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Der Salzburger Beschlägehersteller Maco setzt auf seinen
Expansionskurs. Die sehr ehrgeizigen Zeitpläne ließen sich allerdings
nicht einhalten. Heute steht für den ganzen Tag die bau- und
gewerberechtliche Verhandlung für das in Mauterndorf im Lungau geplante
Werk auf dem Programm der Bezirkshauptmannschaft. Bgm. Wolfgang Eder (ÖVP)
rechnet mit keinen Problemen, die Farbgestaltung werde der Umgebung
angepasst. Von Umweltexperten geforderte begrünte Dächer mit Rasen und
Sträuchern gelten als nicht mehr aktuell. Im Juli soll Baubeginn sein. Die
Bauplatzerklärung sei rechtskräftig, Gemeinde, BH und Land hätten alle
Verfahren rasch durchgezogen. Der Spatenstich ist für 3. Juli geplant.
Maco will nach zehn bis zwölf Monaten Bauzeit (je nach
Härte des Lungauer Winters) mit 60 bis 70 Mitarbeitern starten. Optimisten
sprechen inzwischen von deutlich mehr als den angekündigten 400
Arbeitsplätzen in rund zehn bis 15 Jahren.
In der Stadt wird der Ausbau an der Alpenstraße in der
Salzachau wieder zum Politikum. Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) und
Vzbgm. Harry Preuner (ÖVP) wundern sich, dass Maco und Porsche für ihre
angeblich so dringenden Firmenerweiterungen noch immer keine konkreten
Pläne vorgelegt hätten. Sogar eine mögliche Grundstücksspekulation steht
im Raum. Die Umwidmung von Grünland in Gewerbegebiet würde den Wert stark
erhöhen. Die Flächen gehören dem Anifer Grundbesitzer Johannes Moy.
Ausbaupläne in der Stadt spießen sich
Das Wort Spekulation sorgt bei Maco für großen Ärger.
Angestellten-Betriebsratschef Robert Müllner: „Wer soll da spekulieren?
Die Fläche bekommt entweder Maco oder niemand. Was soll Maco einreichen?
Wir wissen ja noch immer nicht, wie viel wir wann umgewidmet bekommen.“
Die Politik kenne den Bedarf seit Jahren, reagiere aber nicht in dem
Tempo, das angesichts der Entwicklung Macos notwendig wäre. Trotz und
gerade wegen der neuen Produktion im Lungau sei der Ausbau auch in
Salzburg notwendig: vor allem für die Entwicklung zur Serienreife und für
die Verwaltung.
Der von der
Moy’schen Gutsverwaltung als Projektkoordinator beauftragte Frank Diehl
erklärt, es gehe um 10.000 Quadratmeter für Maco und um 16.000 für
Porsche. Die Projektentwicklung laufe seit 2005, seit 2006 gebe es
Vorverträge über Grundkäufe, die nur für die zwei Firmen gälten. Von
Spekulation zu reden, wäre Unsinn. Der Projektentwickler kündigt den
Behörden detailliertere Pläne und einen Antrag auf Rodung an.
©
SN/SW |

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ORF.at
PARTEIEN IN DER AK
25.05.2008 Viele Vorschläge für Gratis-Kindergärten
Kindergärten sollten gratis sein. Das haben bei der Vollversammlung der
Arbeiterkammer mehrere Fraktionen beantragt. Zu wenig Betreuungsplätze
führen dazu, dass Frauen schlechtere Jobchancen haben, hieß es. Vielerlei Forderungen
Die Freiheitlichen Arbeitnehmer in der AK- Vollversammlung verlangen ein
freiwilliges und kostenloses Kindergartenjahr, die grünen Gewerkschafter
eine Gratisbetreuung im Kindergarten - aber nicht nur am Vormittag, auch
am Nachmittag.
Die stärkste Fraktion, die Sozialdemokratischen Gewerkschafter (FSG),
schlagen zur Entlastung der Eltern neue Gutscheine für die
Kinderbetreuung vor. Die Gutscheine im Wert von je 100 Euro soll die
Kosten der Elter für die Betreuung von Kindern zwischen ein und zwölf
Jahren im öffentlichen oder privaten Kindergarten abdecken. Die
Gutscheine sollen laut FSG auch beim Einsatz von Tageseltern oder in
Ganztagesschulen gelten. Rotes Konzept mit Gutscheinen
Gemeinden und Bundesländer sollen laut FSG vom Bund die Kosten pro
Gutschein ersetzt bekommen. Die SP-Gewerkschafter beziffern die
jährlichen Kosten mit 550 Mio. Euro österreichweit. Umsetzt werden solle
das Modell über die geplante Steuerreform. Vorraussetzung sei, dass die
Zahl der Kinderbetreuungsplätze wesentlich erhöht und das zeitliche
Angebot ausgezweitet werden.
Die kostenlose Ganztages-Betreuung hätte laut FSG einen mehrfachen
Effekt auf den Arbeitsmarkt. Knapp 13.000 Kinderbetreuerinnen müssten
eingestellt werden. Rund 25.000 Mütter könnten endlich Jobs annehmen,
argumentiert FSG-Fraktionschef Walter Androschin. Viele Frauen, die
derzeit nur einen Teilzeitjob haben, könnten dann Ganztagesberufe
ergreifen. In Salzburg gehen derzeit 43 Prozent aller berufstätigen
Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nach. ÖVP dafür: "Burgstaller soll
handeln"
Dass der Besuch von Kindergärten für Eltern künftig kostenlos sein soll,
diese Forderung der SPÖ-Gewerkschafter sei grundsätzlich begrüßenswert.
So reagiert ÖVP-Landesgeschäftsführer Anton Santner. Allerdings sollten
jetzt Taten folgen, sagt Santner.
Als erster Schritt solle das letzte Kindergartenjahr in Salzburg mit bis
zu 800 Euro pro Jahr unterstützt werden. LH Gabi Burgstaller (SPÖ) solle
das so rasch wie möglich zusagen, verlangt der
ÖVP-Landesgeschäftsführer. |
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Salzburger
Nachrichten
24.05.2008
Grüne Hilfe für Praktikanten
Wien
(SN-par). Hilfe für die
„Generation Praktika“ fordert die grüne Arbeitnehmersprecherin und
Salzburger Abgeordnete Birgit Schatz. Gemeint sind jene Studierende oder
Jungakademiker, die, in der Hoffnung auf einen Fixjob, ein schlecht
bezahltes Praktikum nach dem anderen annehmen. Gleich drei
Entschließungsanträge hat Schatz für sie in der letzten
Nationalratssitzunug am 8. Mai eingebracht.
„Im ersten Antrag
geht es um ein Praktikumsgesetz, das die Mindeststandards
(Mindestvergütung, Sozialversicherungsschutz) für ein Praktikum
definiert“, erklärt sie. Ihr zweiter Antrag ist an Wirtschaftsminister
Johannes Hahn (ÖVP) gerichtet. Er soll Regelungen für Pflichtpraktika
erlassen, die im Rahmen des Studiums absolviert werden müssen.
Eine Förderung für
Berufseinsteiger fordert Schatz in ihrem dritten Antrag. Sie betont;
„Junge Menschen dürfen nicht als Praktikanten ausgebeutet werden.
© SN |

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LESERBRIEF | PRESSESTELLUNGNAHME
Steuerkultur
Oder:
Lehren aus den Steuerskandalen
In den Geschichtsbüchern
werden die großen Veränderungen oder gar Epochenwechsel meist
technologischen Erfindungen zugeschrieben. Zukunftsentwicklungen werden
aber nicht weniger von sozialen Erfindungen geprägt. Die zentrale
soziale Erfindung der Neuzeit,
die das Zusammenleben in komplexen Gesellschaften trotz aller Rückschläge
verfeinert, heißt Demokratie:
In ihrer Grundform Machtwechsel ohne Blutvergießen, politische
Repräsentanz nicht durch Herrschaft, sondern durch freie Wahl aller
BürgerInnen; in ihrer Weiterentwicklung Partizipation aller an den
öffentlichen Angelegenheiten. Eine zweite lautet
Rechtsstaatlichkeit: In ihrer
Grundform Freiheit von Willkür, Berufungsmöglichkeit auf Gesetze; in der
Verfeinerung auch Setzung sozialer (und ökologischer) Standards. Als
dritte soziale Erfindung sind
Solidarversicherungen zu nennen, die im Sinne kollektiver
Vorsorge gegenüber Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit
wirken – alle zahlen in einen Fond ein um im Notfall daraus Unterstützung
zu erhalten. Die vierte Säule eines befriedeten Zusammenlebens sind
schließlich Steuern, über
die öffentliche Grundleistungen wie Basisbildung, Gesundheitsversorgung,
Zugang zu Wasser oder Sicherheit finanziert werden. Steuern ermöglichen
dem Staat aber auch, seiner Steuerungsfunktion nachzukommen, etwa einen
gewissen sozialen Ausgleich herzustellen zwischen den ökonomisch Stärkeren
und den Benachteiligten. Nicht zuletzt, weil in unserem Wirtschaftssystem
Einkommen nicht nur durch Leistung/Arbeit erzielt wird, sondern auch durch
sich „selbst vermehrendes Vermögen“ – Zinseinkommen sind die tatsächlichen
„arbeitslosen Einkommen“, die eben auch gebührend besteuert werden müssen!
Jeder hat entsprechend seinem Vermögen zur Finanzierung der öffentlichen
Leistungen beizutragen. Eine Steuerkultur stellt neben einer von der
Mehrheit als gerecht empfundenen Vermögensverteilung daher eine
Grundbedingung für ein gedeihliches Zusammenleben dar. In skandinavischen
Ländern, die nicht nur gute Wirtschaftsdaten, sondern auch ein im
Vergleich zu uns höheres Zufriedenheitsniveau und Vertrauenskapital
aufweisen, ist beides vorhanden. In anderen Staaten Europas gibt es hier
noch Aufholbedarf – dies ist die eigentliche Lehre, die aus den jüngsten
Steuerskandalen in Deutschland (bald auch in Österreich?) zu ziehen ist.
Mag. Hans Holzinger
Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen
Robert-Jungk-Platz 1
5020 Salzburg |

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Salzburger
FENSTER
Ausgabe 02/08
ÖVP rüstet schon für
die AK-Wahl
Arbeitnehmerkonferenz am 15.
Jänner im Brunauer-Zentrum als Auftakt
Überraschend früh präsentierte
die ÖVP zwei Neue als Spitzenkandidaten für die AK-Wahl 2009. SPÖ und
Grüne sind über den „ein Jahr vor der Wahl eröffneten Wahlkampf“
verwundert.
Schon die Inszenierung war darauf ausgelegt, der SPÖ den
Kampf anzusagen: für die Arbeitnehmerkonferenz des ÖAAB-Salzburg am 15.
Jänner hatte man sich in die Höhle des Löwen gewagt und ganz bewusst, wie
ÖVP-Landesgeschäftsführer Anton Santer dazu anmerkte, sich für das
Brunauer-Zentrum entschieden – dem Veranstaltungszentrum von AK und ÖGB,
wo durchwegs nur SPÖ-Veranstaltungen stattfinden. Signalisieren wollte man
damit, „uns gibt´s auch noch“, auch wenn, wie ÖVP-Landesgeschäftsführer
Santner einräumt, die SPÖ quasi automatisch als die Arbeitnehmer-Partei
gesehen werde.
Auch das Duo, das man bei besagter Arbeitnehmerkonferenz im
Brunauer-Zentrum als Spitzenkandidaten für die in einem Jahr anstehende
AK-Wahl (vom 26. Jänner bis 8. Februar 2009) präsentierte, kann, von den
Personen her, durchaus als Ansage an die ausschließlich „rote“ AK-Spitze
gesehen werden. - Alle vier Präsidentensitze sind seit der letzten AK-Wahl
(2004) in Salzburg mit SPÖ-Gewerkschaftern besetzt: der FSG, die die
absolute Mehrheit erreichte, fielen damit auch der Präsident und die drei
Vizepräsidenten zu.
Bei der Post FCG-Sieg eingefahren
Mit Postgewerkschafter Kurt Friedl als Spitzenkandidaten setzt man auf
jemandem, „der sehr erfolgreich die Machtverhältnisse bei der Post
umgedreht hat“, wie aus dem ÖAAB dazu zu vernehmen ist. Friedl, der bei
den letzten Betriebsratswahlen bei der Post (2006) für die FCG die
absolute Mehrheit einfuhr (58 Prozent), und seither auch den
Personalausschussobmann stellt, ist für eine harte Gangart bekannt. Im
Zuge der, beinharten Umstrukturierungen auf Kosten der Postbediensteten,
wie von Personalvertreterseite immer wieder kritisiert wurde, sparte er
nicht mit Scharfmacher-Sprüchen und Verbal-Attacken gegen das Management.
Harte Töne kündigt Friedl nun auch für den AK-Wahlkampf an, und was sein
Ziel betrifft, lässt er keine Zweifel offen: „Den Weg, den wir bei der
Post gegangen sind, werden wir auch in der AK gehen.“
Und weiter: „Ich will zeigen, dass es auch durchaus interessant ist,
nicht-sozialistisch zu wählen.“ Konzentrieren will er sich dabei auf die
Klein- und Mittelbetriebe, wo seines Erachtens einiges an Wählerpotential
brach liegt. „Sechzig Prozent sind Nicht-Wähler“, verweist Friedl auf die
Wahlbeteilung von nur 40 Prozent bei der letzten AK-Wahl.
Auf ein Match mit Siegfried Pichler, der in der FSG als Spitzenkandidat
bereits feststeht, will er sich aber nicht einlassen. Pichler, der sein
Präsidentenamt für eine Omni-Präsenz zu nützen wisse - wie auch die
Grün-Alternativen Gewerkschafter kritisieren - sei schwer beizukommen.
Unterstützung von der ÖVP
„Wir wollen stärker werden“, sagt auch Anna-Maria Feldbaumer - die
FCG-Betriebsratvorsitzende im Salzburger Hilfswerk tritt im Duo mit
Postgewerkschafter Friedl an. Leicht wird es nicht werden, gibt sich die
Vorsitzende der ÖAAB/FCG-Fraktion in der AK erst gar keinen Illusionen
hin. „Bei einer solchen Übermacht, wie wir sie in der Salzburger AK mit
der FSG haben, ist es sehr schwer - wir sehen das auch in der
Kammerarbeit, man fährt über uns drüber, gute Anträge von uns werden
abgewürgt.“ Wahlziel seien „18 Mandate“, „schön wären 20 Mandate“, sagt
Feldbaumer und setzt nach: „Was wir unbedingt schaffen müssen ist, den
Vizepräsidenten wieder zu erreichen“. (Bei der letzten Wahl ging der
„schwarze“ Vizepräsident verloren, die ÖAAB/FCG-Fraktion kam nur auf 14
Mandate, siehe Tabelle.)
Unterstützung gebe es diesmal auch von der ÖVP. „Haslauer hat erkannt, wie
wichtig der ÖAAB für die ÖVP ist. Das war nicht immer so, zu meiner Zeit
hat es von der ÖVP so gut wie keine Unterstützung gegeben“, wie Paul
Lovrek, bis zur AK-Wahl 2004 zwei Perioden hindurch „schwarzer“ Vize in
der Salzburg AK, feststellt.
Rückenwind von der ÖVP verspürt auch Spitzenkandidat Friedl.
„Dass man eine Arbeitnehmerkonferenz macht, und auch Haslauer dabei ist,
das ist neu.“ Ein gelungener Auftakt, wie der Postgewerkschafter meint,
„250 Leute waren da, Betriebsräte, Personalvertreter, Bürgermeister, die
gesamte ÖAAB-Spitze“.
Damit wurde nicht gerechnet
Für die anderen Fraktionen freilich ein „überraschend früher
Wahlkampf-Start“: Die Grün-Alternativen Gewerkschafter seien davon
ausgegangen, „dass frühestens im Herbst mit dem Wahlkampf begonnen wird“,
sagt der Sprecher der Grün-Alternativen Gewerkschafter Robert Müllner.
Geht die ÖVP aber „jetzt schon in die Offensive, werden wir reagieren
müssen.“
Siegfried Pichler weigert sich, den ÖAAB-FCG-Auftakt zu kommentieren: es
gebe noch „so viel zu tun“, derzeit sei er ununterbrochen für die
AK-Steuerlösch-Aktion unterwegs. Für „Wahlkampftöne ein Jahr vor der Wahl“
fehlt auch FSG-Fraktionsvorsitzenden Walter Androschin jedes Verständnis.
„Und wenn Feldbaumer mit der FSG-Keule kommt und sagt wir fahren über die
anderen drüber, dann möchte ich schon darauf hinweisen, dass 95 Prozent
der Beschlüsse in der AK einstimmig erfolgt sind. Aber wir werden
zeitgerecht noch darauf zurückkommen.“
Brigitte Gappmair |

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