AUGE_UG Salzburg
Alternative und Grüne GewerkschafterInnen / UG - Salzburg

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 Salzburger  FENSTER

MÜLLNER ROBERT Betriebsratsvorsitzender Firma MacoSalzburger des Jahres 2007: Gratulation den Gewinnern

39. MÜLLNER ROBERT (Leservorschlag): Der Hartnäckigkeit des Betriebsratsvorsitzenden ist es zu verdanken, dass eine Diskussion in Gang gebracht wurde und der Standort der Firma Maco in Salzburg gesichert und damit längerfristig hunderte Arbeitsplätze gerettet werden konnten. Auf seine Initiative hin wurde auch der wirtschaftsschwache Lungau als zusätzlicher Firmenstandort gewählt. Ganz nebenbei engagiert er sich für den Erhalt des Saftladens sowie für ein Selbsthilfeprojekt von Aids-Kranken in Tansania.


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SALZBURGER NACHRICHTEN

Wirbel im Betriebsrat des Krankenhauses   30.10.2007 | SN

 

Im Betriebsrat des Landeskrankenhauses gehen die Wogen hoch: Alexander Kern von den grünen Gewerkschaftern (AUGE) spricht von Wählertäuschung. Am 1. Oktober sei Betriebsratsvorsitzender Johannes Furthner zum Chef der Röntgenassistenten bestellt worden. "Das ist ein Full-Time-Job. Beide Positionen sind unvereinbar. Furthner bleibt zudem gar keine Zeit, die Interessen aller Mitarbeiter zu vertreten", sagt Kern. Furthner habe seine Freistellung für den Betriebsrat zurückgezogen. Betriebsratsvorsitzender wolle er aber bleiben - auch wenn er inzwischen seinen Stellvertreter, Bernhard Treschnitzer, die Sitzungen leiten lasse.


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 ÖSTERREICH

Die Gründung einer städtischen Immobilien-Tochter soll pro Jahr 460.00 Euro bringen; FPÖ und Grüne fürchten einen Ausverkauf.

Der Tagesordnungspunkt eins der gestrigen Sitzung des Gemeinderates hatte es in sich. Dennoch wurde er ohne jegliche Diskussion mit nur drei Gegenstimmen angenommen Unter dem Titel Gebäudebewirtschaftung der Stadtgemeinde Salzburg beschlossen die Gemeinderäte die Ausgliederung sämtlicher städtischer Liegenschaften in eine private Immobiliengesellschaft. Deren Gesellschafter wird zu 100 Prozent die Stadt sein. Die Übertragung des Eigentums soll mit Jänner kommenden Jahres erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt mietet die Stadtgemeinde die öffentlichen Gebäude wieder zurück. In ihrem Amtsbericht nennt die Magistrats-Direktion das "New public Management". Vorteile. Der zuständige Stadtrat Martin Panosch . (SPÖ) betont, die Privatisierung bringe nur Vorteile. "Wir machen das, weil wir uns pro Jahr 460.000 Euro sparen." Zum Hintergrund: Die Stadt darf sich bei Ausgaben für ihre Gebäude die 20 Prozent Vorsteuer nicht abziehen, eine ausgegliederte städtische Gesellschaft kann das hingegen sehr. wohl. "Wir machen jetzt nur das, was andere Gemeinden schon lange vor uns gemacht haben", betont Panosch. Kritik. FPÖ-Gemeinderat Andreas Schöppl übt dennoch heftige Kritik an dem Beschluss: Die Ausgliederung sei über das Knie gebrochen und könnte die Vorbereitung eines späteren Verkaufs einzelner Teile des städtischen Vermögens sein: "Dieser Beschluss heißt, dass alles der Kontrolle des Gemeinderates entzogen wurde." Die Grünen-Gewerkschafter fürchten zudem, steigende Mieten in den städtischen Wohnungen und die Einsparung von Personal im Magistrat. Stadtrat Panosch wischt alle Bedenken als "völligen . Blödsinn" vom Tisch: Es werde Weder Personal abgebaut noch seien Verkäufe geplant. Für die Mieter würde sich nichts verschlechtern im Gegenteil: "Wir haben dann mehr Geld für Sanierungen zur Verfügung."

SALZBURGER NACHRICHTEN

Stadt lagert Gebäude aus  21.09.2007 | SN

 

Aufregung um neue Immobiliengesellschaft

SALZBURG-STADT (SN-tau). Die Stadt Salzburg bringt 2008 ihre Gebäude in eine neue Immobiliengesellschaft ein und mietet sie zurück. Das beschloss am Mittwoch der Gemeinderat.

Grüne Gewerkschafter protestieren gegen „eine Privatisierung durch die Hintertür". Bgm. Heinz Schaden (SPÖ) weist das zurück: „Die Gesellschaft gehört zu 100 Prozent der Stadt." Der Hauptvorteil sei, dass sie etwa bei Schulsanierungen vorsteuerabzugsberechtigt sei. Die Mitar­beiter hätten keine Nachteile.

 KRONE Salzburg     21.09.2007

Jedermann in Salzburg

.... hat es mit Erstaunen vernommen: Die Stadt gliedert ihre Gebäude in eine Privat-Gesellschaft aus. Nur ein Trick am Papier sozusagen, um Steuern zu sparen. Oder, wie es grüne Gewerkschafler formulieren: Im linken Hosensack gibt es Ersparnisse, im rechten dafür weniger Einnahmen. Denn die 400.000 Euro Umsatzsteuer, welche die Stadt weniger zahlen muss, fehlen ja wieder in einem Budget.

Anders gefragt: Zahlen wir durch diese Sparsamkeits-Tricks weniger Steuern? Wem nützt das Jonglieren mit Budgetzahlen? Privatwirtschaftlich führen will die Stadt diese Gebäude-Eigentums-Gesellschaft. Das werden wohl viele Mieter zu spüren bekommen.


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SALZBURGER NACHRICHTEN

Wirbel um Chefposten für Klinik-Betriebsrat   03.07.2007 | SN

Die Bestellung des Betriebsratsvorsitzenden der Angestellten im St.-Johanns-Spital, Johannes Furthner, zum Chef der Röntgenassistenten sorgt für Wirbel. Das sei "Wählerbetrug", kritisiert Alexander Kern von der Gewerkschaftsliste AUGE. Furthner habe erst im November als Spitzenkandidat der "Liste Furthner/FCG" die Betriebsratswahlen gewonnen. "Eigentlich müsste es jetzt Neuwahlen geben", sagt Kern. Weil der Betriebsratsvorsitzende vom Dienst freigestellt ist, kann Furthner diese Aufgabe nicht mehr wahrnehmen. Auch Stellvertreter Bernhard Treschnitzer winkt ab. "Ich gehe in absehbarer Zeit in Pension." HÖD


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TALK TOGETHER

Ausgabe Nr. 20

April-Juni 2007

Gespräch mit dem

 Betriebsrat

Robert Müllner

Talk Together: Du hast ein jahrelange Erfahrung als Betriebsrat in großen Industriebetrieben. Wie begrenzt ist der Spielraum eines Betriebsrates und welche Möglichkeiten hat er überhaupt, Arbeiterinnen von Ungerechtigkeit zu schützen?

Robert: Zuerst einmal möchte ich vorausschicken, dass ich mit meiner Meinung sehr oft allein da stehe, was mich bei vielen auch nicht sehr beliebt macht. Ich glaube, dass das Arbeitsrecht in vielen Betrieben bloß Theorie ist. Welche Rech­te hat der Arbeiter denn? Er kann weder entscheiden, was er produziert, noch wie viel er produziert, ob die von ihm erzeug­ten Produkte umweltfreundlich sind oder ob sie mit LKWs kreuz und quer durch Europa transportiert werden... all das ent­scheidet jemand anderer. Um als Betriebsrat etwas zu erreichen, muss ich mir etwas anderes einfallen lassen. Bewirken kann ein Betriebsrat nur etwas, wenn er den Rückhalt der Beschäftigten hat und wenn der Chef das Gefühl hat, dass der Be­triebsrat auch seine Anliegen ernst nimmt. Darum sag ich immer, für Betriebsräte wäre es viel wichtiger, Kosten rechnen zu lernen, um den Argumenten der Unter­nehmer begegnen zu können.

Talk Together: Du hast bei der Firma Porsche erlebt, wie der Betrieb ins Ausland verlagert wurde. Wie kannst du als Betriebsrat mit dem gegeneinander Ausspielen verschiedener Standorte vorgehen?

Robert: Wenn man sich ausrechnet, dass der Anteil der Lohnkosten in der Metall­industrie nur bei 9 -12% liegt, kann man sich ausrechnen, dass eine Senkung der Lohnkosten bei den Produktionskosten nicht wirklich ins Gewicht fällt. Durch die Auslagerung des Betriebes nach Tsche­chien kamen aber höhere Kosten bei der Logistik, beim Transport, für Dolmetscher usw. dazu. Letztendlich hat Porsche in Tschechien dadurch so hohe Verluste gemacht, dass sie sowohl den Betrieb in Tschechien als auch den in Salzburg verbliebenen zusperren mussten. Es muss also für eine Firma andere Argumente geben, um einen Betrieb auszulagern, als die Senkung der Lohnkosten.

Talk Together: Welche Gründe können das sein?

Robert: Um die Arbeiter zum Lohnverzicht und den Staat zu Steuergeschenken zu erpressen, oder Marktargumente, um Werbung für VW zu machen und den Markt in Tschechien zu erschließen... Wenn man das durchschaut, kann man anders argumentieren.

Talk Together: Heute werden die Arbeiter oft erpresst mit der Drohung, ihre Arbeitsplätze zu verlieren. Wie kannst da als Betriebsrat damit umgehen?

Robert: Warum sind wir denn so erpressbar? Weil die Frage der Verteilung nicht grundsätzlich gestellt wird. Es braucht einen Wirtschaftswachstum von 3 % , um die Beschäftigungsrate nur zu halten, wir haben aber nur einen Wirtschaftswachs­tum von durchschnittlich 1,5 %. Gleich­zeitig wurde aber das Pensionsalter angehoben, dabei gehen wieder Arbeitsplätze verloren. Die Rechnung kann also gar nicht aufgehen. Wenn man sich die Be­schäftigungsentwicklung der letzten 50 Jahre ansieht, kann man feststellen, dass vor allem zahlreiche Arbeitsplätze in der Industrie verloren gegangen sind, das sind meist 40-Stunden Dauerarbeitsplätze mit guten Löhnen. Heute benötigt die Indust­rie gut ausgebildete Facharbeiter und im­mer weniger Hilfsarbeiter, deshalb haben es ImmigrantInnen und Flüchtlinge heute sehr schwer auf dem Arbeitsmarkt. Es gibt zwar mehr Arbeitsplätze im Dienstleistungsgewerbe, doch dabei handelt es sich zum großen Teil um Teilzeit- und Niedriglohnarbeitsplätze, also vielfach um Jobs, von denen die Leute gar nicht leben können.

Talk Together: Was wäre eine Lösung?

Robert: Eine Lösung wäre nur eine radi­kale Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stun­den. Aber wie sollte das funktionieren? Jeder macht Überstunden, außerdem haben viele auch verlernt, sich mit sich selbst zu beschäftigen. In unserer Firma gibt es Z.B. viele alleinerziehende Frauen, sie wollen unbedingt Nachschicht arbeiten, viele von ihnen haben Schulden und das Geld bitter nötig. Eine Arbeitszeitverkürzung würde nur bei vollem Lohnausgleich akzeptiert werden, zumindest bis zu einer bestimmten Höchstgrenze.

Talk Together: Wie siehst du die Rolle des ÖGB? Hat sich seit der Reform etwas Grundsätzliches geändert?

Robert: Nein, die ÖGB-Reform halte ich für . total unsolidarisch. Meiner Meinung nach ist der ÖGB der einzige Verein, bei dem die Mitglieder nichts zu sagen haben. Wieder einmal wurde eine einheitliche Gewerkschaft verhindert. Die ÖGB­Führung hat eigentlich nicht viel zu sagen, die wirkliche Macht haben die gro­ßen Teilgewerkschaften. Und die arbeiten für ihren eigenen "Schrebergarten", also für ihre eigenen Interessen und nicht für die Interessen der Arbeiter. Man könnte sagen, der BA W AG Skandal war eigent­lich ein großes Glück für den ÖGB - zumindest kurzfristig, denn damit konnte das Versagen der letzten 10 Jahre ver­deckt werden, dass man die immer stei­genden Defizite ignoriert und versäumt hat, Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem hat der ÖGB es verpasst, auf gesellschaft­liche Veränderungen zu reagieren. Der ÖGB hat von den staatlichen Großbetrieben gelebt, die es aber heute nicht mehr gibt. Es wurde z.B. versäumt, sich um atypische Arbeitsverhältnisse zu küm­mern, aber da ist die Betreuung sehr zeitaufwändig. Viele ÖGB - Funktionäre haben auch selbst kaum Erfahrung mit Solidarität, weil wenige von ihnen überhaupt als Betriebsrat gearbeitet haben.

Talk Together: Was hat der ÖGB deiner Meinung nach verpasst?

Robert: Warum hat es die Gewerkschaft nicht geschafft, über ihren eigenen Teller­rand zu blicken? Man muss die Situation der Gesellschaft ganzheitlich betrachten. Das Bild vom bösen Unternehmer stimmt vielfach nicht mehr. Der größte Teil der Unternehmen im Land Salzburg sind Klein- und Mittelbetriebe mit maximal 25 Mitarbeitern. Auf diesen Unternehmen drückt aber die größte Steuerlast, während Großkonzerne, obwohl sie den größten Umsatz machen, fast überhaupt keine Steuer bezahlen. Eine kleine Rechnung: 90% der Kleinunternehmer machen nur 10% des Umsatzes, sie bezahlen aber 90% der Unternehmersteuern, das heißt, sie bezahlen gleich viel wie der Arbeiter. Deshalb gibt es viele Kleinunternehmer, die viel weniger als ein Facharbeiter ver­dienen, wenn man ihre Arbeitszeit bzw. die Überstunden mitberechnet. Durch die Kürzung der Lohnnebenkosten um 0,2 % müssen sie aber jetzt den Lohn aus eigener Tasche weiter bezahlen, wenn ein Arbeiter im Krankenstand ist. Was bleibt dem Unternehmer denn anderes übrig, als ihn zu kündigen? Ähnlich sieht die Lage auch bei den Bauern aus, den größten Teil der EU-Förderungen stecken Großbauern ein, während die kleinen Bergbauern fast nicht bekommen. Die Gewerkschaft hat es aber verabsäumt, mit Teilen der Wirtschaft und den Kleinbauern Allianzen zu bilden. Ich dagegen wurde heftig kritisiert, weil ich zu einer Gegenveranstal­tung zum WEF - Gipfel in Salzburg auch Vertreter der Wirtschaftskammer eingeladen habe.

Talk Together: Die Standortkonkurrenz spielt eine immer größere Rolle. Wie sieht es aus mit der internationalen Vernetzung der Gewerkschaften?

Robert: Es wird zwar immer über Globa­lisierung geredet, doch leider haben die Verantwortlichen im ÖGB einen sehr begrenzten Horizont. Man hat versäumt, eine internationale Ebene zu schaffen. Aber wie soll ich auch an den Arbeiter in Holland denken, wenn ich mit meinem eigenen Kollegen nicht solidarisch bin, und wie soll ich an den Arbeiter in China denken, wenn ich meinen Nachbarn schief anschaue, nur weil mir seine Hautfarbe nicht gefallt? Aber ich halte das Gerede von der Globalisierung nur für eine Ausrede. Der internationale Warenaustausch war im Jahr 1900 schon gleich groß wie jetzt, da hat sich nichts verändert. Man schiebt gerne alles auf die EU, aber wer ist denn die EU? Das sind doch unsere Minister.

Talk Together: Zwischen "inländischen" und "ausländischen" Arbeitern gibt es leider oft wenig Solidarität. Was kann man tun, um diese Konkurrenz zwischen den Arbeitern zu überbrücken, und die Menschen zu überzeugen, wie wichtig der Zusammenhalt ist?

Robert: Die Gleichberechtigung war im­mer ein Anliegen unserer Gewerkschaft, der AUGE. Ich komme aus dem Burgen­land und bin 300 m von der ungarischen Grenze geboren. Ich habe immer argumentiert, wenn ich 300 m weiter geboren worden wäre, könnte ich nicht Betriebsrat sein, ich könnte mich nicht einbringen, ich wäre kein Mensch...   Was die Solidarität zwischen den Arbei­tern betrifft: Jeder Arbeiter muss sich ver­kaufen: ich bin loyal, ich arbeite mehr... Wer gibt uns denn eine andere Alternati­ve? Wir haben es doch aus der Hand ge­geben. Zum Beispiel das Bildungssystem: Wir sind es doch, die die Schulen und

Universitäten zum größten Teil finanzieren. Aber wen bilden wir aus? Wer vertritt denn heute noch andere Wirtschafttheorien und Konzepte, als mit geringst möglichem Einsatz größtmögliche Gewinne zu machen? Und es war doch die SPÖ, die die Mindeststudienzeit eingeführt hat und so den Studierenden die Zeit geraubt hat für politisches Engagement. Und die Schule halte ich überhaupt für die größte Disziplinierungsmaschinerie, die jungen Menschen werden erzogen, acht Stunden zu sitzen, den Mund zu halten, und zu tun, was ihnen gesagt wird.

Talk Together: Leihfirmen werden im­mer mehr eine Realität. Gibt es auch Betriebsräte für Leiharbeiter?

Robert: Zum Glück hat sich die gesetzli­che Lage für Leiharbeiter sehr verbessert. Sie dürfen nicht weniger verdienen als die Stammbelegschaft, sie können an der Be­triebsratswahl in der Firma, in der sie ar­beiten mitwählen und auch selbst einen Betriebsrat stellen. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass es auch viele Leih­firmen gibt, die besser sind als ihr Ruf. In meinem Betrieb setze ich mich dafür ein, dass die Leute fix übernommen werden. Es bringt ja nichts für eine Firma, die Leute wieder wegzuschicken, wenn sie eingearbeitet sind.

Talk Together: Welche Ziele hast du dir gesetzt? Wann kannst du einen Erfolg verzeichnen?

Robert: Da ich nicht darauf warten kann, eine andere Gesellschaft zu bekommen, kann ich nur versuchen im Rahmen der gegebenen Verhältnisse eine Lösung zu erzielen, die für alle einen Vorteil darstellt. Als Betriebsrat kann ich weder Arbeitsplätze erhalten noch erschaffen. Mei­ne Philosophie ist, zu fragen, was der Unternehmer braucht. Wenn ich dem Unter­nehmer helfe, bin ich akzeptierter Partner. Meine Überlegung: Warum sollten alter­native Energien nur für "Spinner" oder die "Dritte Welt" einsetzbar sein und nicht für die industrielle Produktion? Weil die E­nergiekosten ständig steigen, kann ich den Unternehmer vielleicht davon überzeu­gen, lieber dabei zu sparen als bei den Löhnen und in neue Energien einzusteigen. Es gibt Beispiele, wo Firmen damit sehr erfolgreich waren. Hallein Papier musste eine Kläranlage bauen und war schließlich erfolgreich mit alternativen Methoden der Papierherstellung und konnte viel bei den Rohstoffen einsparen. Oder die Firma Kaindl, die gezwungen wurde, Luftfilter anzubringen und diese dann selbst entwickelt und damit einen Technologiesprung gemacht hat.

Talk Together: Die Arbeiterbewegung scheint heute in der Defensive zu sein. Wäre es nicht an der Zeit für die Arbeiterbewegung, sich neue Ziele zu setzen?

Robert: Leider muss ich feststellen, dass sich die Arbeiterschaft die Kultur hat nehmen lassen. Der Arbeiter geht nicht ins Theater oder in die Oper, sondern sitzt zu Hause vor dem Fernseher und sieht sich "Reich und Schön" an. Der Arbeiter hat Vorurteile, er denkt, die Kultur wäre nicht für ihn. Dabei war beispielsweise Mozart (weil wir hier in Salzburg sind) in seiner Zeit ein Revolutionär. Viele Geschichten wurden aber im Nachhinein verfälscht. Auch von der Kirche. Ein Bei­spiel: Der Landespatron des Burgenlandes ist der heilige Martin. Jeder kennt die Geschichte, wie er dem Armen seinen Mantel gibt. Doch für mich war er der erste Kriegsdienstverweigerer, aber davon wird nicht gesprochen. Wenn die Arbeiter je­doch nicht an der Kultur teilnehmen, nehmen sie sich auch die Chance zur gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung.

Talk Together: Ist also das Engagement umsonst?

Robert: Nein, bestimmt nicht. Erstens mache ich es für mich selbst, denn ich will am Abend in den Spiegel schauen können. Außerdem weiß ich, dass Veränderungen nie von der Mehrheit, sondern immer von Minderheiten ausgegangen sind, selbst die Russische Revolution. Deshalb habe ich kein Problem mit Min­derheiten. Und wenn es nicht so viele vor mir gegeben hätte, hätte ich nicht die Voraussetzungen, und nicht die Kraft, wenn es nicht die anderen gäbe, die mit­gehen. Ich will Anteil an der Gestaltung der Gesellschaft haben und etwas beitragen. Ich will mein Engagement auch gar nicht werten oder mit anderen vergleichen. Es ist egal ob jemand beim Sport­verein ist, bei der Feuerwehr oder beim Trachtenverein, es ist gerade diese Arbeit, die nicht für Geld gemacht wird, die so wertvoll ist. Wo wäre denn unser gesellschaftliches Leben ohne das alles?

Talk Together: Danke für das Gespräch!

 


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 Salzburger Nachrichten      12.04.2007           Kultur

Gewerkschafter tritt zurück   12.04.2007

Peter Paul Skrepek tritt als Vorsitzender der Kulturgewerkschaft im ÖGB zurück. Denn: "Was Kultur betrifft, ist die Solidarität im ÖGB enden wollend." HEDWIG KAINBERGER

Hedwig Kainberger Wien (SN).

Es sei "die bittere Erkenntnis, dass man im ÖGB als Freischaffender nicht arbeiten kann", die ihn zum Rücktritt bewogen habe. Dies erläutert der Musiker und Kabarettist Peter Paul Skrepek am Dienstag im SN-Gespräch. Heute, Donnerstag, wird er alle seine Funktionen im ÖGB zurücklegen: den Vorsitz der Kulturgewerkschaft, den Sitz im Präsidium und das Vorstandsmandat.

Die Kulturgewerkschaft - bis Mitte 2006 hieß sie "Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, Freie Berufe" (KMSfB) - ist mit rund 10.000 Mitgliedern eine kleine Gewerkschaft. Etwa die Hälfte sind Künstler, die anderen sind Publizisten, ORF-Mitarbeiter, Bühnentechniker und Sportler. Neben Mitarbeitern von ORF und Bundestheatern sind viele Freischaffende. Aber für diese Gruppe der "Neuen Selbstständigen" gebe es im ÖGB zu wenig Verständnis, kritisiert Skrepek.

In der ÖGB-Führung seien nur Personen, die nie freischaffend gearbeitet hätten, sagt Skrepek. Alle hätten sichere Dienstverhältnisse in Verwaltung oder Großbetrieben und seien dort als Betriebsräte freigestellt. Doch dies seien Arbeitsmodelle des 20. Jahrhunderts. Folglich werde auf den Systembruch hin zu freien Dienstverhältnissen und dessen desaströsen Folgen für das System der sozialen Sicherheit und für Kollektivverträge nicht reagiert.

Dies sei gefährlich. "Die Gewerkschaft muss sich ändern, sonst ist sie demnächst überflüssig", warnt Skrepek. Eigentlich wären Gewerkschaften "nie so nötig wie heute", um die Spaltung fremdbestimmter Dienstnehmer in Angestellte und in Freischaffende, die von immer mehr Sicherheit und Sozialleistungen beraubt würden, zu verhindern. Doch derzeit sei der ÖGB dazu "nicht mehr in der Lage".

Im ÖGB heiße es zwar immer, man müsse sich verstärkt um atypisch Beschäftigte kümmern. Aber tatsächlich werde seit Jahren versucht, die Kulturgewerkschaft, die die meisten Freischaffenden als Mitglieder habe, aufzulösen, allerdings nicht, "weil der ÖGB böse ist, sondern weil er es nicht versteht".

In dieser "Domäne der Betriebsräte", die sich allein auf dem klassischen, unbefristeten Dienstverhältnis gründe, habe er einen "unendlich langen Atem" gebraucht, um für Freischaffende etwas zu erreichen. Ein Millimeter Fortschritt erfordere immense Anstrengung, oft in 15- oder 16-Stunden-Tagen. "Das ist ruinös für private Beziehungen, für die Familie", und zu privaten kämen gesundheitliche Probleme, erläutert Skrepek. "Ich hör jetzt auf." Künftig wolle er sich auf Musik und Kabarett konzentrieren.

© SN.


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 SALZBURGER  FENSTER                           16. Februar 2007

Vorpreschen der Pflichtschullehrergewerkschaft

Ein entsprechender Antrag des Pflichtschullehrer-Vorsitzenden ist in der Landessektionsleitung am 31. Jänner mit FCG-Mehrheit verabschiedet worden. Ein Gegenantrag der beiden UG-Mitglieder (Unabhängige Gewerkschafter), der sich gegen jegliche Beschlüsse in Richtung Abspaltung wandte, wurde abgelehnt. „Drübergefahren über uns ist man nicht“, berichtet Reinhard Breitner, UG-Mitglied in der Landesleitung, über den Verlauf der Sitzung. „Trotz der klaren Machtverhältnisse gab es von Seiten aller FCG-Vertreter in einer konstruktiven und sehr langen Diskussion großes Bemühen, uns von ihrem Antrag – die Vorbereitung der Rechtsfähigkeit der GÖD – zu überzeugen und uns zu einer Zustimmung ihres Antrags zu bewegen.“ Die beiden UG-Mitglieder blieben mit ihrem Gegenantrag – uneingeschränkte Solidarität zum ÖGB und Verzicht der GÖD auf die Rechtsfähigkeit – übrigens allein – die drei FSG-Mitglieder, die vorher angekündigt hatten, den Gegenantrag zu unterstützen, sind zur Sitzung nicht erschienen. Für Breitner „völlig unverständlich“.

Über SPÖ-Gewerkschafter verärgert

Empört über die SPÖ-Gewerkschafter ist auch Robert Müllner, Sprecher der AUGE in Salzburg (Grün-Alternative GewerkschafterInnen). „Was nützen große Töne von Pichler und Androschin, wenn die FSG-Funktionäre dann, wenn sie Flagge zeigen sollten, nicht anwesend sind.“ Für einen von Siegfried Pichler, AK- und ÖGB-Präsident in Salzburg und AK-Vize Walter Androschin (beide FSG) immer wieder beschworenen Gesamt-ÖGB hätten die FSG-Spitzen längst Maßnahmen setzen müssen, verweist Müllner auf die von der GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten) im Herbst 2006 gestartete Initiative „1ne Gewerkschaft“, die durchdacht und optisch gut aufbereitet gewesen sei. Das Konzept auch umzusetzen, dazu sei es aber nicht gekommen. Müllner: „Die FSG hat sich nicht drübergetraut.“
„Wir hätten den Gegenantrag unterstützt“, versichert indes Peter Glas, FSG-Mitglied in der Landesleitung der Pflichtschullehrergewerkschaft. Bei der Sitzung seien aber alle drei FSG-Mitglieder verhindert gewesen. Die Bestrebungen der GÖD seien für ihn bedenklich: „Für die Geschlossenheit des ÖGB ein absolut falscher Schritt.“

 

Zum ganzen Artikel im Salzburger Fenster:> http://www.salzburger-fenster.at/rubrik/fensterputzer/0507/abspaltungstendenzen-im-oegb_4982.html


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Jutta Tischler (unabhängige Gewerkschafter): Mitgliedsbeitrag nicht mehr an die GÖD. / Foto: privat
Jutta Tischler (unabhängige Gewerkschafter): Mitgliedsbeitrag nicht mehr an die GÖD. / Foto: privat

 SALZBURGER  FENSTER                           31.Jänner 2007
 

Kurzsichtiges Pfründedenken der GÖD

 

Zornig ist auch Jutta Tischler, unabhängige Gewerkschafterin im Öffenlichen Dienst (in den Landeskliniken). „Dem GÖD-Vorsitzenden Neugebauer war es nicht wichtig genug, beim ÖGB-Kongress dabei zu sein. Danach droht er damit, sich als GÖD vom ÖGB abzuspalten.“ In einer Zeit, in der auch hoheitliche Aufgaben immer mehr dem Outsourcing geopfert werden, erweise sich ein Pfründedenken à la Neugebauer als Bärendienst an der Gewerkschaft, gibt sie zu bedenken. Sollte Neugebauer seine Drohungen wahr machen, „werde ich veranlassen, dass mein Gewerkschaftsbeitrag nicht länger an die GÖD überwiesen wird, sondern ich werde diesen direkt an den ÖGB überweisen.“

 

 

Zum ganzen Artikel im Salzburger Fenster:> http://www.salzburger-fenster.at/rubrik/fensterputzer/0307/nach-oegb-neu-kongress-frust-bei_4855.html


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ROBERT MÜLLNER "50"

20.Jänner 2007

Brunauer Seminarhotel

© K.Tischler


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Regierungspläne:
Kommt der Zwölf-Stunden-Tag?

VON BEATE LAMMER (Die Presse) 05.01.2007

Die Arbeitszeit wird flexibler. Arbeitgebern ist das noch immer zu wenig.

Wien. Zwölf-Stunden-Schichten an der Baustelle oder am Fließband? Was derzeit nur in Ausnahmefällen erlaubt ist, soll nach den Plänen der künftigen Regierung häufiger vorkommen: Wenn es der Kollektivvertrag erlaubt (wenn also Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugestimmt haben), kann die tägliche Normalarbeitszeit auf zehn Stunden angehoben werden. An 24 Wochen pro Jahr darf bis zu zwölf Stunden pro Tag gearbeitet werden, wenn das wirtschaftlich notwendig und arbeitsmedizinisch unbedenklich ist.

"Mit dieser Regelung könnte man die Saisonarbeitslosigkeit am Bau im Winter deutlich reduzieren", ist Christoph Wiesinger von der Geschäftsstelle Bau überzeugt. Zwar gibt es in der Branche seit zehn Jahren ein Arbeitszeitmodell, das es erlaubt, vier Stunden pro Woche im Sommer einzuarbeiten und im Winter als Zeitausgleich zu konsumieren, das Modell könnte aber ausgebaut werden. In der Gewerkschaft Bau-Holz ist man weniger begeistert. Ein Zwölf-Stunden-Tag würde das Unfallrisiko erhöhen. Dass die Saisonarbeitslosigkeit zurückgehe, sei dagegen nicht garantiert: Bereits jetzt würden die im Sommer angesparten Stunden oft je nach Bedarf bereits im Sommer wieder abgebaut.

Gelassen gibt sich Erich Foglar von der Metallergewerkschaft. "Es ist keine generelle Anhebung der Höchstarbeitszeit vorgesehen", stellt er klar. Bereits jetzt können Betriebe Zwölf-Stunden-Schichten haben, allerdings nur, wenn der Betriebsrat zustimmt, wenn das Arbeitsinspektorat informiert wird, wenn besonderer wirtschaftlicher Bedarf besteht - und maximal zwölf Wochen pro Jahr. Die zwölf Wochen werden lediglich auf 24 Wochen ausgedehnt.

"Der große Wurf ist das nicht", meint auch Martin Gleitsmann von der Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer. Alexandra Schöngrundner von der Industriellenvereinigung spricht von einem "zaghaften Schrittchen in die richtige Richtung".

Wenn Arbeitgeber künftig zehn Stunden Normalarbeitszeit oder eine nicht zusammenhängende Vier-Tage-Woche wollen, müssen sie das den Arbeitnehmern erst abkaufen. "Die Arbeitszeitflexibilisierung soll ja keine Einbahnstraße sein", sagt Wirtschaftsminister Martin Bartenstein.

Kritik kommt von Alfred Gajdosik, dem Chef der Fraktion ÖAAB-Christliche Gewerkschafter (dem VP-Flügel) in der Wiener Arbeiterkammer: Er verstehe nicht, wie Arbeitnehmervertreter diesen Plänen zustimmen konnten, ärgert er sich: Ein Zwölf-Stunden-Tag sei Ausbeutung. Dass Arbeitnehmer sich solche Regelungen im Kollektivvertrag teuer abkaufen lassen können, ist für ihn kein Argument: "Wer in einer schwächeren Position ist, kann bei Verhandlungen wenig rausholen."


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