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AUGE/UG
war
KOOPERATIONSPARTNER der KONFERENZ:
25 th ANNIVERSARY
RIGHT LIVELIHOOD AWARD 25 JAHRE ALTERNATIVER
NOBELPREIS
8. BIS 13. JUNI 2005
in SALZBURG
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Dienstag,
27.12.05
salzburg
ORF
BEDÜRFTIGE
Hoffnung für Sozialeinrichtung "Saftladen"
Nach
dem turbulentem Jahr 2005 gibt es für die Sozialeinrichtung Saftladen nun
doch gute News: Land und Bund zusammen finanzieren für 2006 drei
Sozialarbeiter. Über Spenden kann noch eine Halbtagskraft gehalten werden.
Licht
am Ende des Tunnels?
Die
Armenküche des Saftladens in der Stadt Salzburg musste ja Ende September
zusperren, und der Koch musste entlassen werden, weil das Justizministerium
in Wien weniger Subventionen angekündigt hat.
Mittlerweile
finanziert die Salzburg AG als Sozialsponsoring eine befristete Lösung über
Lieferung von Speisen an Bedürftige aus der Betriebskantine.
Zu
den - nach der Küchensperre - zusätzlich beim Saftladen befürchteten Kündigungen
von Sozialarbeitern kommt es nun doch nicht.
150
Salzburger kommen täglich in den "Saftladen": Haftentlassene,
Arbeitslose, Wohnungslose und psychisch Kranke.
Dreieinhalb
Posten für Sozialarbeiter wurden bislang finanziert - zur Hälfte vom
Justizministerium. Dieses will bis 2008 das Geld auf 20 Prozent reduzieren.
Mitarbeiter
und Klienten froh
Ab
Jänner 2006 hätte ein Sozialarbeiter gekündigt werden müssen. Das ist
jetzt vom Tisch.
Vergangene
Woche erhielten die Mitarbeiter gute Nachrichten mit der Post, sagt der grüne
Gewerkschafter Robert Müllner:
"Die
Mitteilung kam kurzfristig. Die Mitarbeiter empfinden das als
Weihnachtsgeschenk, und auch die Klienten waren froh über diese
Nachrichten."
"Basisdienst
nicht nur mit Spenden finanzieren"
Zusätzlich
wird ja ein Sozialarbeiter für ein halbes Jahr zusätzlich über Spenden
finanziert. Müllner
begrüßt das, sieht jedoch keine grundlegende Strategie für Sozialpolitik
darin:
"Man
wird und muss diese Jahr nutzen, dass man eine längerfristige Finanzierung
sicherstellt. Es kann nicht sein, dass soziale Arbeit als wichtige Basis
unserer Gesellschaft von Spenden abhängig sein soll.
Man
hört aus dem Büro des zuständigen Soziallandesrates Buchinger, dass sich
die Politik darum kümmern wird, wenn es vom Bund her andere soziale
Aufteilungen gibt.
Man
hat jetzt doch offensichtlich begriffen, dass es noch immer für alle
Beteiligten gut ist, wenn man bestehende Einrichtungen rettet und ausstattet
- anstatt sie scheibchenweise zugrunde gehen zu lassen. Der Neuaufbau von
Strukturen wäre nämlich noch viel mühsamer."
Zugangsbeschränkungen
vom Tisch
Damit
würden auch Überlegungen wie Zugangsbeschränkungen oder eine Verkürzung
der Öffnungszeiten vorerst wieder verworfen, sagt Gewerkschafter Müllner,
der sich auch für Leute engagiert, die außerhalb des Arbeitsmarktes stehen
oder stehen müssen.
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2.11.2005
Stadt Blatt
"Wir
sammeln weiter!"
3.000 Unterschriften für
Billigmenü aus Saftladen-Küche
SALZBURG (cog). Innerhalb von nur wenigen
Wochen gelang es Gerhard Raxendorfer, Vertreter der
Saftladen-Klientel, 3.000 Unterschriften für die Rettung der
Saftladen-Küche zu sammeln. Anlass dafür war die Entlassung des
Kochs mit Ende September - seitdem gibt es im Saftladen, der
Tageseinrichtungsstätte des Vereins Neustart, kein billiges
Mittagsmenü mehr (das Stadtblatt berichtete). "Wir wollen
Druck auf Stadt und Land ausüben und auf die Bedeutung dieser
Küche, die über die bloße Grundversorgung hinausgeht, hinweisen.
3.000 Jnterschriften sind ein großer Erfolg für uns, aber allein
hätte ich das nie geschafft", freut sich Raxendorfer über
die zahlreiche Unterstützung.
Angst vor weiteren Kürzungen
Vergangene Woche übergaben er und
sein Mitstreiter Robert Müllner von AUGE (Alternative und Grüne
GewerkschafterInnen) die Unterschriftenliste an
die Landtagsabgeordnete Hilde Eisl (SPÖ), Cyriak Schweighofer (Grüne)
sowie an die Salzburger Gemeinderäte Ingeborg Haller (BL) und Horst
Buchinger (SPÖ). "Das Zusperren der Küche
ist auch ein herber Schlag gegen die Sozialarbeiter, die gemeinsam mit
ihrer Klientel für den Ausbau der neuen Küche Spenden gesammelt
haben", so Müllner, der befürchtet, dass es nicht bei der
Schließung der Küche bleibt: "Für mich schaut das Ganze nach
Salamitaktik aus, denn ab Jahresende werden zusätzlich zwanzig
Betreuungsstunden durch Sozialarbeiter gestrichen:'
Essen auf Rädern?
Der Verein Neustart, der den Koch
aufgrund von Budgetkürzungen entlassen musste, kämpft auch im kommenden
Jahr mit einem Finanzloch von rund 35.000 Euro. "Aber wir werden
unser Auskommen finden", gibt sich Leo Schilcher von Neustart
zuversichtlich. Wie es 2007 ausschaut, ist derzeit noch offen und muss
erst mit dem Land ausverhandelt werden.
"Das ist Landessache"
Cyriak Schwaighof er von den Grünen
fordert eine Finanzierung des Saftladen-Angebots
über Landesmittel:
"Das ist Landessache,
weil
es nicht nur um Haftentlassene geht, sondern
Anlaufstelle für viele sozial schwächere Menschen ist" Einig waren
sich die Politiker bei der Übergabe der Unterschriftenliste darüber,
dass eine Lösung gefunden werden muss, offen geblieben ist
jedoch, wie diese aussehen soll.
Müllner und Raxendorfer haben noch
nicht vor, aufzugeben: "Wir werden weitersammeln, nicht nur für das
Saftladen-Essen, sondern auch
für den Erhalt des bestehen Angebots." |

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28.10.2005
Salzburger Nachrichten
Für Erhalt des Saftladens
3000 Unterschriften an Politiker übergeben
Salzburg-STADT (SN-pab). "Jetzt
geht es nicht mehr nur um die Weiterführung der Küche. Wir haben Angst
davor, dass die Einrichtung geschlossen wird." Das sagen Robert Müllner
und Gerhard Raxendorfer, die Initiatoren der Unterschriftenaktion für den
"Saftladen". Die beiden übergaben am Donnerstag 3000
Unterschriften an die Landtagsabgeordneten Hilde Eisl (SPÖ) und Cyriak
Schwaighofer (Grüne) sowie die Salzburger Gemeinderäte Ingeborg Haller
(Bürgerliste) und Horst Buchinger (SPÖ).
Seit Ende September bekommen
Haftentlassene, Arbeitslose und Obdachlose im Saftladen kein billiges
Mittagsmenü mehr. Das Justizministerium hat die Gelder für den Verein
Neustart gekürzt, weil mehr als 70 Prozent der Besucher nicht zur
"Strafjustiz-Klientel" gehören. Aus diesem Grund sollten Land
und Stadt Salzburg Anteile des Ministeriums übernehmen.
"Der Betrieb für 2006 ist
gesichert, für 2007 wird verhandelt", heißt es im Büro von
Soziallandesrat Erwin Buchinger (SPÖ).
© SN.
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21.10.2005
SALZBURGER
WOCHE
Stadt
Nachrichten
2000
Unterschriften
"Positive
Signale" für die "Saftladen"-Küche
SCHALLMOOS
(spi). Über 2000 Unterschriften wurden bereits für die Erhaltung der Küche
im "Saftladen" gesammelt. "Ich war überrascht, dass so
viel Rückhalt für den ,Saftladen' in der Bevölkerung vorhanden ist und
es in kurzer Zeit gelungen ist, eine so große Zahl an Unterschriften zu
sammeln", freut sich Robert Müllner
von der Alternativen und Grünen Gewerkschaft, die sich an der Aktion
beteiligt hat.
Mittlerweile
gebe es auch zahlreiche Angebote, die die Weiterführung des Küchenbetriebs
ermöglichen sollen. "Das Arbeitsmarktservice hat sich angeboten,
etwa einen Koch zu 'vermitteln, auch die Tourismusschule in Kleßheim könnte
mit Praktikanten aushelfen", erzählt Müllner.
"Jetzt
ist die Politik in Stadt und Land sowie der Vereinsvorstand gefordert zu
beweisen, dass sie in der Lage sind, die gemachten Angebote zu nutzen, um
die Küche weiterzuführen und auch das
Betreuungsangebot im bisherigen Maß aufrecht zu erhalten", fordert
der Gewerkschafter.
"Dies
umso mehr, als auf Grund der derzeitigen Arbeitsmarktlage keine
Verbesserung der Situation für haftentlassene und für obdachlose
Menschen in Salzburg zu erwarten ist". Mehr als 100 Menschen besuchen
täglich den "Saftladen".
Andrea
Pawlowski, Leiterin des Trägervereins "Neustart" , hält sich vorerst noch
bedeckt. "Wir stecken mitten in den Verhandlungen mit verschiedenen
Partnern, da möchte ich nichts dazu sagen". Eines lässt sie sich aber doch
entlocken. "Es gibt viele positive Signale und die Situation sieht gut
aus, aber es ist noch nichts fixiert. Ich denke aber, dass wir in den
nächsten Wochen eine Lösung finden werden, wie wir die Kücheweiterführen
können". In den Gesprächen mit Stadt und Land herrsche ein "positives
Klima", so Pawlowski.
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18.10.2005
Salzburger Nachrichten
Schatz setzt stärker auf den
Zentralraum
MARTIN ARBEITER Interview
Landesgeschäftsführerin Birgit Schatz (35) geht als Spitzenkandidatin
der Grünen in die Nationalratswahl 2006. Schatz erhielt bei der
Landesversammlung schon im ersten Wahlgang 55,6 Prozent der Stimmen.
Amtsinhaberin Heidi Rest-Hinterseer landete hinter Heinrich Schellhorn nur
auf dem dritten Platz.
Haben Sie ein solches Ergebnis im
ersten Wahlgang erwartet? Schatz: Nein. Ich habe damit gerechnet, dass
beim ersten Wahlgang alle drei Kandidaten etwa gleichauf liegen und dass
es zu einer Stichwahl kommt.
Heidi Rest-Hinterseer setzt sich
für die ländlichen Regionen ein. Wie wollen Sie ihre Arbeit als
Spitzenkandidatin anlegen? Schatz: Ich möchte als
Nationalratsabgeordnete politisch stark in Salzburg präsent sein. Der
Schwerpunkt meiner Arbeit wird auf dem Zentralraum liegen. Da ist auch die
Wahrscheinlichkeit größer, dass wir unsere Wähler persönlich treffen.
Unsere Ressourcen sind auf Grund unserer Größe beschränkt. Wir müssen
deshalb Prioritäten setzen.
Wo sehen Sie ihre Stärken?
Schatz: Ich will nicht missionieren sondern überzeugen. Eine meiner Stärken
ist, dass ich den intensiven Kontakt zu den Menschen suche. Politisch
interessiere ich mich für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Sozialpolitik
sowie Universitäten und Bildung. Das wird auch mein Themenprofil sein. Im
Nationalrat würde es mich reizen im Ausschuss für Arbeit und Soziales
oder im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung mitzuarbeiten.
Die Wahlen in der Steiermark und
im Burgenland haben für die Grünen einen Dämpfer gebracht. Wie ist die
Stimmung in Salzburg? Schatz: Ich bin in keinem Stimmungstief. Auch
bei den Salzburger Grünen und bei der Bundespartei ist von
Niedergeschlagenheit keine Spur. Landtagswahlen sind Landtagswahlen. Die
Wahlen in Wien werden für uns sicher wieder sehr gut ausgehen.
Ihr Ziel für die
Nationalratswahlen 2006? Die Hürde für das Grundmandat liegt bei 9,8
Prozent. Schatz: Ich bin optimistisch, dass wir die 10,4 Prozent halten
und sogar noch ausbauen können.
Wie gut ist das Verhältnis
zwischen den Grünen auf dem Land und der Bürgerliste in der Stadt?
Schatz: Die Beziehung ist sehr harmonisch. Das zeigt auch, dass Sonja
Schiff und Bernhard Carl (Bürgerliste, Anm.) in den neuen Vorstand gewählt
wurden.
Wann beginnt der Wahlkampf?
Schatz: Am 24. Oktober konstituiert sich der Landesvorstand. Da werden die
Weichen gestellt.
© SN.
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Freitag,
15.10.05
salzburg
ORF
GRÜNE
Birgit
Schatz neue Nationalrats-Kandidatin
Die
nächste Nationalratswahl soll zwar erst in gut einem Jahr stattfinden, die
Salzburger Grünen haben aber bereits am Samstag ihre neue Spitzenkandidatin
gekürt: Landesgeschäftsführerin Birgit Schatz.
55
Prozent im ersten Wahlgang
Bisher wurden die
Salzburger Grünen ja von Heidi Rest-Hinterseer aus Dorfgastein im Parlament
in Wien vertreten. Bei der Landesversammlung der Grünen am Samstag im
Salzburger Kolpinghaus stimmten die 72 Delegierten im ersten Wahlgang mit 55
Prozent für Birgit Schatz.
Die
grüne Landesgeschäftsführerin will sich vor allem in der Sozial- und
Bildungspolitik engagieren: "Ich bin nicht zufrieden mit der Lebens-
und Arbeitssituation vieler Menschen", sagt sie. Hinter ihr auf der
Liste gereiht sind Heinrich Schellhorn und Martina Berthold.
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12.10.2005
Salzburger Nachrichten
Solidarisch mit Saftladen
2000 unterschrieben für Erhalt der
Küche
Salzburg-STADT (SN-pab). Vor drei
Wochen sperrte der Verein Neustart die Küche des "Saftladens"
zu, wo Haftentlassene, Frühpensionisten und Obdachlose täglich ein
billiges Essen bekommen hatten. Seither haben 2000 für die Weiterführung
der Küche unterschrieben. "Das zeigt die hohe Wertschätzung der
bisherigen Arbeit der Einrichtung", sagt der grüne Gewerkschafter
Robert Müllner.
Für den Verein geht es darum, das
Mittagessen kostenneutral anbieten zu können. "Wir sind daran
interessiert, dass es wieder ein warmes Essen gibt", sagt Andrea
Pawlowski. Über Alternativen zum bisherigen Küchenbetrieb werde
nachgedacht.
Im Gespräch ist beispielsweise,
dass die Soziale Arbeit GmbH den Saftladen von der Küche des
"Schmankerl" aus versorgt. Das Schmankerl könnte im Gegenzug
mit Unterstützung des AMS rechnen. "Wenn eine Arbeitskraft benötigt
wird, könnten wir diese hinschicken", sagt Therese Preisig.
Gemeinderätin Ulrike Saghi (Bürgerliste)
stellt klar: "Sollte dieses Angebot für Obdachlose nicht weiter
bestehen, müssten Stadt und Land eigene Versorgungsstrukturen aufbauen.
Aber dann explodieren die Kosten."
© SN
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23.09.2005
Salzburger Nachrichten
Leere Pfannen in der "Saftladen"-Küche
Zum 25-Jahre-Jubiläum der
Sozialeinrichtung "Saftladen" wird die Küche geschlossen. Dem
Betreiber-Verein "Neustart" fehlt das Geld, um den Koch zu
bezahlen. Erst vor einem Jahr war die neue Großküche in Betrieb genommen
worden, fast 9000 Essen wurden im Vorjahr verkauft.
EVA SPIESSBERGER
schallmoos. "Für viele
wohnungslose Menschen ist der 'Saftladen' die einzige Möglichkeit, zu
einer warmen Mahlzeit am Tag zu kommen", lautet der Text auf der
Unterschriftenliste, die Gerhard Raxdorfer, Sprecher der Gäste des
"Saftladens" aufgelegt hat, um für den Erhalt des Küchenbetriebes
zu kämpfen. Um zwei Euro konnten sozial benachteiligte Menschen im
"Saftladen" ein Essen kaufen, geboten wurden Frühstück,
Mittagessen, Imbisse, Kaffee oder Tee.
8886 Menüs gingen im Jahr 2004
durch die Speisenausgabe, ab sofort wird es "nur noch Snacks, wie
Würstel oder Toast geben", erklärt Hermann Oberdünhofen, einer der
Sozialarbeiter im Team. An Spitzentagen besuchen bis zu 150 Menschen
täglich den "Saftladen". Die durchschnittliche Besucherzahl sei
von 98 Gästen pro Tag im Jahr 2004 auf 120 im Jahr 2005 gestiegen,
erklärt Oberdünhofen. Wenn die Küche nun geschlossen wird, "wird
es sicher einen Einbruch bei den Gästen um 40 oder 50 Prozent
geben", befürchtet Raxdorfer. "Mit dem Rückgang der Besucher
werden weiter Argumente geliefert, um das Angebot im Saftladen noch mehr
auszudünnen."
8886 Menüs gingen durch
Speisenausgabe "Der Saftladen wird gebraucht in Salzburg. Es gibt
sonst keine Einrichtung, wo man so günstig essen kann", betont
Oberdünhofen. Die "Wärmestube" in der Stadt habe nur am
Wochenende geöffnet, und das "Schmankerl" sei etwas teuerer und
ein Projekt, welches in eine andere Richtung gehe. "Außerdem hat
Essen eine sozial wichtige Funktion. Hier geht es auch um die menschliche
Würde, darum zu sagen, "Ich kann mir mein Essen leisten",
betont Ursula Brandauer, ebenfalls Sozialarbeiterin im
"Saftladen". Andrea Pawlowski, Leiterin des Trägervereins
"Neustart", sieht wenig Chancen, den Betrieb wie bisher
weiterzuführen, der Koch wurde mit Ende September gekündigt. "Wir
mussten seit einigen Jahren Einsparungen in der Höhe von 15 Prozent
hinnehmen. Die Kosten sind hingegen stark gestiegen."
Dabei wurde die neue Großküche
erst vor rund einem Jahr nach der Übersiedlung in die Schallmooser
Hauptstraße in Betrieb genommen. In einer Bausteinaktion wurden
"16.000 Euro an Spendengeldern dafür gesammelt", betont Gäste-Sprecher
Raxdorfer. "Die Küche ist zwar nicht mehr in Vollbetrieb, aber die
Besucher können gemeinsam kochen, oder es könnten auch Kochkurse
abgehalten werden", so Pawlowski.
"Eine solche Entscheidung zu
treffen ist sehr hart. Ich verstehe die Aufregung, aber für uns war es
wichtig, die Sozialarbeit im Saftladen aufrecht zu erhalten", so die
"Neustart" - Leiterin. Finanziert wird der Betrieb von Bund und
Land. 147.350 Euro habe der "Saftladen" in den Jahren 2004 und
2005 vom Land bekommen, heißt es aus dem Büro des zuständigen
Politikers Erwin Buchinger. Von Seiten des Landes seien künftig keine
Kürzungen vorgesehen. Pawlowski selbst hält sich bedeckt, was die Zahlen
angeht. "Derzeit wird verhandelt. Wir sind bemüht, die Qualität
aufrecht zu erhalten."
Neben Verköstigung und der Beratung
durch Sozialarbeiter stehen im Saftladen Waschmaschine, Trockner,
Duschen und eine "Kleiderkammer" mit gebrauchter Kleidung, sowie
ein Tischtennis- und ein Billardtisch zur Verfügung. Ziel ist es, den
Leuten bei der Strukturierung ihres Alltags zu helfen.
Übrigens: Gegen ein Aus der Küche
haben Betroffene mittlerweile eine Unterschriftenaktion gestartet, die die
Alternativen und Grünen Gewerkschafter (AUGE) unterstützen.
© SN
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28.05.2005
Die
Presse.com
Neoliberalismus:
"Schlimmer als Kapitalismus"
VON HEDI SCHNEID (Die Presse) 28.05.2005
Interview. Management-Professor
Malik kritisiert die USA als potemkinsches Dorf, das kein
Vorbild sein sollte.
st.
gallen/wien.
"Neoliberalismus ist viel schlimmer als
Kapitalismus - denn Geld, nicht Kapital
beherrscht Denken und Handeln."
Wirtschaftsprofessor und Managementberater
Fredmund Malik macht kein Hehl aus seiner
Ablehnung des aktuellen Wirtschaftens. Das,
was derzeit - vor allem im kriselnden Europa
- als bestes aller Wirtschaftssysteme
bewundert werde, sei die "Pervertierung
des echten Liberalismus", wie er von
August von Hayek oder Ludwig von Mises
vertreten worden ist, sagt Malik im
Gespräch mit der "Presse".
Die Wurzel allen Übels
sind für den Chef des Management Zentrum
St. Gallen die USA. Es sei ein kompletter
Irrglaube, dass die Wirtschaft der USA so
stark sei. "Sie ist nur groß".
Was angesichts eines Binnenmarktes mit knapp
300 Mill. Konsumenten, einer einheitlichen
Sprache und Währung - die noch dazu
weltweit dominieren - keine Kunst sei.
Maliks Kritik an den USA geht aber noch
weiter. Die US-Wirtschaft strahle nur
scheinbar: "Die Zahlen sind falsch -
ich sage nicht gefälscht". Sowohl in
die Daten zum Wirtschaftswachstum als auch
in die Beschäftigungsraten würden wenig
relevanter Messzahlen eingerechnet. Somit
sei das Wirtschaftswachstum euphorisch um
zwei Prozentpunkte höher.
"Wenn die USA
wirklich stark wären, würde ich mir um
Europa keine Sorgen machen - aber der Crash
des potemkinschen Dorfes dort ist
programmiert: die Aktien sind überbewertet,
Immobilienpreise überhitzt." Malik
rechnet deshalb in den nächsten fünf
Jahren mit massiv sinkenden Börsekursen.
"Zwischen 2000 und 2002 haben wir
bereits einen Vorgeschmack erhalten".
"Wenn man die
immensen Kosten der Wiedervereinigung - die
nicht in die Kaufkraftstärkung geflossen
sind - herausnimmt, steht Deutschland nicht
so schlecht da."
Prof. Fredmund Malik zur
Deutschlandkrise
Warum kopiert Europa -
aber auch Russland und China - unkritisch
die USA und deren Managementmethoden, die
laut Malik in der Fehlmeinung gipfelten, der
"Zweck von Unternehmen bestehe allein
darin, Geld zu machen"? In Europa sei
durch "Saturiertheit und
Selbstgefälligkeit" ein Vakuum
entstanden, das den neoliberalen Ideen den
Weg geebnet habe. Dazu gehöre übrigens
auch ein Managen, das sich ausschließlich
am "grässlichen" Shareholder
Value orientiert. "Das ist
Buchhalter-Mentalität, die einzig während
der Börsenhausse funktioniert hat."
Österreich habe übrigens den US-Unfug nur
auf kleiner Flamme betrieben , weil die
dafür anfälligen Unternehmen fehlten.
Als Grund, warum speziell
der Wirtschaftsriese Deutschland in einer so
tiefen Krise steckt, ortet der Ökonom die
extrem kostspielige Wiedervereinigung, die
ebenfalls sehr teure EU-Erweiterung und
letztlich die Macht der Gewerkschaften, die
schon viel früher in die Schranken hätten
gewiesen werden müssen. Sind die Briten
nicht ein Vorbild? "Nein", sagt
Malik ganz klar, "denn sie haben ihre
Hausaufgaben in der EU nicht gemacht."
Die Kapitalismusdebatte
ist für den gebürtigen Österreicher, der
an den Universitäten Innsbruck und St.
Gallen studierte, genauso obsolet wie der
Ruf nach raschen Reformen. Zu groß seien
die Schäden, die durch falsches
Wirtschaften entstanden seien. "Die
Politiker sollten endlich akzeptieren, dass
der Staat den Aufschwung nicht finanzieren
kann, Japan hat das vorgezeigt." Dort
hätten 15 staatliche Konjunkturprogramme
nichts gebracht. Erst als die
"Altlasten" wie faule Bankkredite
und hohe Schulden bereinigt waren, ging es
bergauf.
Malik zeichnet die
Zukunft Europas düster - und dann doch
nicht. Er warnt wohl vor einer
deflationären Rezession, wenn nicht
Depression. Andererseits gebe es auch in
Europa vitale Unternehmen. "Damit meine
ich große Mittelständler wie Porsche,
Boehringer oder Swarovski, die auf ihrem
Sektor Weltmarktführer sind." Sie
seien innovativ und stellten den Kunden in
den Vordergrund - für Malik die wichtigsten
Erfolgsfaktoren. Also Customer statt
Shareholder Value.
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24.02.2005
Die
Presse.com
Vorsorge:
Weniger Abfertigung im neuen System
Die "Abfertigung neu" kämpft mit Anfangsschwierigkeiten. So liegt die Wertentwicklung unter den Erwartungen.
Wien (ps). Seit gut zwei Jahren treten Mitarbeiter, die ein neues Dienstverhältnis eingehen, automatisch in das neue Abfertigungssystem ein. Im Gegensatz zum alten System verfallen Abfertigungsansprüche nicht (wie etwa bei Kündigung durch den Arbeitnehmer), sondern werden über ein Vorsorgekonto mitgenommen. Inzwischen sind 1,5 Millionen Arbeitnehmer im neuen System. Freiwillig wechselt allerdings kaum jemand in die "Abfertigung neu".
Für langgediente Mitarbeiter, die nicht an eine Kündigung denken, ist ein Systemwechsel auch nicht unbedingt attraktiv. Denn der vom Gesetzgeber bei der Einführung der Mitarbeitervorsorgekassen unterstellte Wertgewinn von sechs Prozent jährlich ist "nicht oder nur sehr schwer erreichbar", wie Markus Zeilinger und Wolfgang Huber, Vorstände der Bonus Mitarbeitervorsorgekasse am Mittwoch vor Journalisten sagten. Auch Heinz
Behacker, Vorstand vom Marktführer VBV, meint im Gespräch mit der "Presse", er bezweifle, dass sechs Prozent Wertgewinn im langfristigen Durchschnitt zu erreichen seien. Im Vorjahr lag der Wertzuwachs der Kassen bei 4,58 Prozent, im Jahr davor bei 3,81 Prozent.
Aber nur bei einer sechsprozentigen Performance würden die Ansprüche nach 37,5 Jahren dem Niveau der alten Abfertigung (ein Jahresgehalt) erreichen. Huber glaubt, dass dieses Ziel nur durch eine Anhebung des Beitragssatzes (derzeit 1,53 Prozent des Bruttoentgelts) erreichbar sei. Eine Erhöhung der Beiträge schließen freilich die Unternehmer kategorisch aus: Der "Satz ist einzementiert", betonte Martin
Gleitsmann, Sozialexperte der Wirtschaftskammer. Er meint, man solle nicht "nervös und ungeduldig" werden, auch wenn die sechs Prozent mittelfristig kaum erreichbar scheinen. Immerhin hätten dank des neuen Systems alle Arbeitnehmer Zugang zu einer Abfertigung erhalten.
Die "Abfertigung neu" weist aber ein weiteres Manko auf: Gut 15.000 Betriebe haben bislang keine Mitarbeitervorsorgekasse ausgewählt, die Beiträge von rund 180.000 Arbeitnehmern liegen kaum verzinst auf den Konten der Krankenkassen. Eine Gesetzesnovelle sieht vor, dass alle Betriebe bis Herbst eine Mitarbeitervorsorgekasse auswählen müssen. Andernfalls werden sie einer Kasse zugeteilt.
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1.6.2005
SALZBURGER
FENSTER
Geschlechtsneutrale Bezeichnung der Arbeiterkammer vertagt
„Immer wieder
wird betont, wie wichtig der Stellenwert der Frauen ist; über eine
geschlechtsneutrale Bezeichnung der Arbeiterkammer will man aber nicht
diskutieren.“ Robert Müllner, AUGE-Fraktionsvorsitzender in der AK
Salzburg, hätte sich wenigstens eine Diskussion darüber erwartet. Ein
entsprechender Antrag der Grün-Alternativen GewerkschafterInnen wurde bei
der Vollversammlung am 18. Mai jedoch kurzerhand an den Vorstand verwiesen
– wo er vergammeln könnte, wie befürchtet wird.
Der
Grün-Alternativ-Gewerkschafter ist übrigens seit kurzem freigestellter
Betriebsratsvorsitzender bei Maco Beschläge – mit 330 Angestellten und
420 Arbeitern einer der größten Industriebetriebe Salzburgs. Bei der
Betriebsratswahl vor etwa drei Wochen hatte die „Unabhängige Namensliste
Müllner“ gegen eine FSG-Liste 87 Prozent erreicht. Und das bei einer
beachtlichen Wahlbeteiligung von 88 Prozent.
Auf Initiative von Robert Müllner
wurde Maco ein Klimabündnis-Betrieb.
www.salzburger-fenster.at
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30.04.2005
Die
Presse.com
Österreich:
Statistik unterschlägt 300.000
Arbeitslose
Experte: Wirkliche
Arbeitslosenrate liegt über zehn Prozent.Versteckt: 300.000 jobwillige
Hausfrauen, Kursbesucher, Frühpensionisten, Schulabgänger.
Wien.
Für jene, die einen Job haben, fällt der Tag der Arbeit heuer ungünstig.
Trotzdem werden am Sonntag Sozialdemokraten aufmarschieren, in der Wiener
Hofburg lädt die Regierungsspitze zum Arbeitsmarktgipfel. Dabei können immer
weniger Österreicher beim "Lied der Arbeit" mitsingen. Laut
Arbeitsmarktservice waren 2004 im Schnitt 244.000 Österreicher ohne Job. Das
ergibt eine Quote von 7,1 Prozent. "Die Statistik verschleiert das wahre
Ausmaß der Problems", übt der Linzer Volkswirtschaftsprofessor
Friedrich Schneider im "Presse"-Gespräch heftige Kritik. Laut
Schneider liegt die versteckte Arbeitslosigkeit "über zehn
Prozent".
"Wir
sind in Wahrheit nicht viel besser als die Deutschen", sagt der Ökonom.
Denn die Statistik listet nur jene auf, die beim Arbeitsmarktservice gemeldet
sind. Nicht enthalten sind 42.000 Menschen, die Weiterbildungskurse
absolvieren. Oder 20.000 Arbeitslose, die um eine Frühpension angesucht
haben. Oder 126.000 Hausfrauen, die laut Schneider den Wiedereinstieg in den
Arbeitsprozess nicht schaffen. Hinzu kämen Frühpensionisten, die zwangsweise
in den Ruhestand geschickt werden. "Jeder zweite Frühpensionist möchte
weiterarbeiten", zitiert Schneider aus einer seiner Studien. In Österreich
gibt es also etwa 100.000 Frühpensionisten, die sich "arbeitslos" fühlen.
Jobsuche
im "Hotel Mama"
Vergeblich
sucht man in der Statistik Schulabgänger oder Uni-Absolventen, die noch nicht
gearbeitet haben. "Wenn ein Jugendlicher weder in Ausbildung noch auf dem
Arbeitsmarkt ist, sondern im Hotel Mama lebt, könnte es sich auch um einen
"versteckten Arbeitslosen" handeln, meint Gernot Mitter,
Arbeitsmarktexperte der Arbeiterkammer. Tausende Jugendliche dürften im
"Hotel Mama" auf Jobsuche sein.
Fazit:
Neben den offiziellen 244.000 Arbeitslosen gibt es in Österreich mehr als
300.000 Personen, die sich selber als "arbeitslos" definieren,
jedoch nicht in der Statistik aufscheinen.
Auch
was die Beschäftigung betrifft, ist Österreich längst keine Insel der
Seligen mehr. Allein das Heer der Frühpensionisten macht einen Vergleich mit
anderen EU-Ländern äußerst schwierig. Denn hierzulande gehen jedes
Jahr allein 4000 Beamte in den vorzeitigen Ruhestand. Lehrer, die wegen des
Geburtenrückgangs keinen Job hätten, Eisenbahner, die nicht mehr benötigt
werden.
Was
die Frühpensionierungen betrifft, "sind wir Weltmeister", meint
Volkswirt Schneider. Laut EU-Kommission sind in Österreich nur 30,4 Prozent
aller 55- bis 64-Jährigen beschäftigt. In der EU-15 haben 41,7 Prozent in
dieser Altersgruppe einen Job.
Versteckte
Arbeitslosigkeit ist zumeist weiblich: "Viele Hausfrauen denken: Im
besten Fall bekomme ich einen Teilzeitjob als Regalbetreuerin und verdiene 500
Euro im Monat. Da bleibe ich lieber länger daheim, bis ich einen besseren Job
finde", sagt Mitter.
In
den strukturschwachen Regionen sind es zuerst die Frauen, die auf der Strecke
bleiben, berichtet Gerhard Ableidinger, Chef des AMS Gmünd. Im Waldviertler
Grenzraum liegt die Frauen-Arbeitslosenquote bei 9,5 Prozent. "60 Prozent
haben maximal Pflichtschulabschluss", erzählt Ableidinger. Zehn Prozent
sind länger als ein Jahr auf Jobsuche.
Es
gibt aber auch solche, die zwar in der Statistik aufscheinen, sich aber nicht
als Arbeitslose sehen. "Im Winter haben wir sogar zu wenig Arbeitskräfte",
sagt Günther Stürz vom AMS in Landeck in Tirol. Da arbeiten die Frauen der
Region im Tourismus, es müssen zudem noch Saisonniers aus Ostdeutschland
importiert werden. Im Mai und November liegt die Arbeitslosenrate hingegen bei
17 Prozent. Diese Art der Arbeitslosigkeit ist für Zehntausende Österreicher
- auch viele Bauarbeiter - die normalste Sache der Welt.
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Freitag,
14.01.05
salzburg
ORF
LAND
VERSPRICHT:
"Mehr Wertschätzung für Sozialvereine"
Die Sozialvereine dürfen in Zukunft mehr Wertschätzung und
Planungssicherheit vom Land erwarten . Das zeigt eine Studie
Studie, in der die Arbeiterkammer die Zufriedenheit der
Sozialvereine mit dem Land untersuchte.
2.500
Mitarbeiter im Bundesland Salzburg
2.500 Salzburgerinnen arbeiten bei diesen Sozialdienstleistern.
Auf einen Kollektivvertrag werden sie allerdings noch länger
warten müssen.
Buchinger:
"Wertschätzung ist die beste Motivation"
40 Prozent der befragten Sozialvereine und -
Gesellschaften sind laut Studie mit der Anerkennung des
Landes für ihre Dienste nicht zufrieden. Hier will
Sozial-Landesrat Erwin Buchinger ansetzen: "Wertschätzung
für Arbeit ist nicht nur die kostengünstigste Form der
Motivation, sondern auch die beste, weil es Kräfte und
Energien freisetzt."
"Budget erlaubt keine bessere Bezahlung"
Mit den Partnergesprächen, die er als Modell vom
Arbeitsmarktservice (AMS) in die Landespolitik gebracht habe,
sei da bereits ein erster Schritt getan, sagt Buchinger.
Hoffnung auf Anerkennung der sozialen Dienstleistungen durch
bare Münze macht Buchinger freilich nicht:
"In der derzeitigen Budget-Situation des Landes können
selbst tarifliche Erhöhungen wie die Inflationsabgeltung kaum
vorgenommen werden, ganz zu schweigen von kollektivvertraglichen
Besserstellungen."
AK-Chef
Pichler: "Neue Studie in zwei Jahren"
Arbeiterkammer-Präsident Siegfried Pichler kündigt
bereits eine neue Studien in zwei jahren an, wo dann
Verbesserungen im Umgang, bei der Einbeziehung in Planug
und bei längerfristigen Vertragen erhoben werden
sollen. Und bei den Kollektivverträgen will Pichler
nicht nachgeben: "Nur Lob und Anerkennung ist uns
als zukünftige Entlohnungsform zu wenig. Wir erwarten
uns ganz klar, dass dieser Kollektivvertrag angewendet
wird."
"Können Kollektivverträge erzwingen"
Zur Zeit laufe auch bereits ein Verfahren, mit dem die Anwendung
der Kollektivverträge erzwungen werden kann, ergänzt Pichler.
>siehe
auch AUGE-Salzburg AK-Antrag zu diesem Thema< |

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15.
Jänner 2005
DERSTANDARD
Unfallversicherung soll Löhne mitfinanzieren
Massive Kritik am Griff in den AUVA-Topf
Wien - Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) muss sich nun einen tiefen Griff in ihren Finanztopf gefallen lassen, weil sie für den von der Regierung abgeschafften Entgeltfortzahlungsfonds einspringen muss.
Klein- und Mittelbetriebe sollen nämlich die Hälfte der - bisher von ihnen allein zu berappenden - Lohnfortzahlung für erkrankte Mitarbeiter von der AUVA kassieren dürfen.
35 Millionen Euo für 2005
"Wir müssen dafür heuer 35 Mio. Euro budgetieren", bestätigt AUVA-Chef Helmut Klomfar auf STANDARD-Anfrage. In den kommenden Jahren werde diese Summe sicher kontinuierlich anwachsen.
Davon sind auch Kritiker wie der Präsident der niederösterreichischen Arbeiterkammer, Josef Staudinger, überzeugt, der die aktuell notwendige Summe bei 60 Mio. Euro ansetzt; andere sprechen überhaupt von hundert Mio. Euro. Staudinger kritisiert deshalb ein vorsätzliches Aushungern der Unfallversicherung: "Deren Mittel müssen für die Unfallverhütung und -renten sowie für die Rehabilitation und nicht für Lohnzuschüsse da sein."
2005 wird die AUVA in ihrem Gesamtergebnis ein Minus von rund fünf Mio. Euro schreiben, weil sie von der Regierung auch zur Mitfinanzierung der E-Card verdonnert wurde und dafür vier Mio. Euro beisteuern muss.
Freuen können sich hingegen rund 240.000 Klein-und Mittelbetriebe (mit bis zu 50 Mitarbeiter), die im Zeitraum vom elften bis zum 42. Krankenstandstag eines Arbeitnehmers die Hälfte der Lohnfortzahlung von der AUVA ersetzt bekommen.
Kranke unter Druck
Seit der Abschaffung des - solidarisch von allen Arbeitgebern gespeisten - Entgeltfortzahlungsfonds hatten die Kleinen vehement über die finanzielle Mehrbelastung gestöhnt. Um dieser zu entkommen, mehrten sich in der Folge die Fälle, in denen knapp vor einem absehbaren Krankenstand oder währenddessen Kündigungen ausgesprochen wurden.
"Dabei haben kranke, teilweise im Spital liegende Arbeitnehmer einer einvernehmlichen Jobauflösung unter Druck zugestimmt," schildert Sozialexperte Johannes Denk. Kam es im Zuge einer solchen Kündigung zu einer Wiedereinstellungszusage, war dies ein Umgehungsgeschäft auf Kosten der Krankenkassen, die das Krankengeld lockermachen muss. (Monika Bachhofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.01.2005)

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