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AUGE Salzburg aktuell:

04-06-18 

Aufruf gegen die Kontrolle der Medien durch die Waffenproduzenten Dassault und Lagardère und durch Finanzgruppen in Frankreich

Der 18.Juni 2004 ist ein trauriger Tag für die Unabhängigkeit der Informations-, Kommunikations-, und Bildungsmittel

Die Firma des Waffenfabrikanten Dassault ist durch die Europäische Union autorisiert worden, die Kontrolle von 70 Publikationen zu übernehmen, darunter Le Figaro, L’ Express und ein Drittel der regionalen Tagespresse, die zuvor in Händen der Gruppe Hersant war.

Ein anderer Waffenfabrikant, Lagardère, der bereits an der Spitze eines Imperiums in den Bereichen Presse, Edition, Vertrieb und audiovisuelle Medien steht, hat sich vor kurzem des Editionsbereichs von Vivendi Universal bemächtigt und damit eine Quasi-Monopolstellung mit der Zustimmung der französischen Regierung errungen.

Schließlich hat sich die finanzielle Holdinggesellschaft Wendel, deren Präsident Ernest-Antoine Seillière auch der des MEDEF (französischer zentraler Arbeitgeberverband - Anm.d.Übers.) ist, vor kurzem der Gruppe Editis bemächtigt, der zweitgrößten in Frankreich, die außerdem einen sehr großen Teil der Schulwörter- und Schulbücher herausgibt.

Die von der Regierung Raffarin gewünschte Vereinigung von TF 1 mit den öffentlich rechtlichen Fernsehkanälen zur Schaffung des Kanals C I I, dem Internationalen Informationskanal, der mit öffentlichen Geldern finanziert aber von der Gruppe B.T.P. Bouygues geleitet werden soll, ist im Begriff von der EU-Kommission gebilligt zu werden.

Zuletzt hat ein neues, am 3.Juni verabschiedetes, Gesetz das Kartellrecht abgeschwächt, vor allem was die Sendegenehmigungen der regionalen Fernsehsender betrifft.

Unentwegt gelingt es einigen Firmen, die Kontrolle über den Journalismus und die Kommunikation auszuweiten, ohne eine angemessene Reaktion irgendeiner Behörde oder Regierung.

Unentwegt verstärkt die Strategie der Beherrschung der Informationsmittel durch die Politik die Mittel zur Verbreitung von Doktrinen, die die Interessen der Finanzgruppen am meisten begünstigen.

Das Recht der freien Meinungsäußerung ist ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Freiheiten.

Das Recht auf Qualität der Information, auf Arbeitsbedingungen der Journalisten, die den Anforderungen an ihren Beruf entsprechen, auf eine ausgewogene und ehrliche Darstellung des Zeitgeschehens und der öffentlichen Debatten ist Gegenstand eines Kampfes, den die Demokratien unterstützen müssen.

Wir rufen dazu auf, dass alle tätig werden und dass die politischen Kräfte sich für die Verteidigung des Rechts auf eine freie und breit gefächerte Information einsetzen.

Die Petition steht zur Unterschrift unter  http://www.observatoire-medias.info/article202.html


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