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04-05-24 10:30 

grüne frauen fordern schwangerschaftsabbruch in öffentlichen spitälern in salzburg 

Presseinformation Mag. Martina Berthold

„Schwangerschaftsabbruch muss auch in Salzburg in öffentlichen Spitälern möglich sein!“ Eva Glawischnig, Stv. Grüne Bundessprecherin: Frauenpolitik geht in Familienpolitik unter.

Salzburger Frauen-Sprecherin Berthold: Salzburgerinnen werden „zermürbendem und erniedrigendem Abtreibungstourismus ausgesetzt“

„Wenn die Frauenpolitik gänzlich in Familienpolitik untergeht und noch nicht einmal die Frauenministerin imstande ist, Lebensrealitäten und Bedürfnisse von Frauen jenseits der Bereiche (Klein-)Kinder und Pflegearbeit wahrzunehmen, dann braucht es mehr denn je ein feministisches Gegengewicht“ so Eva Glawischnig. 

Die Versäumnisse der Bundesregierung in Sachen Frauenpolitik vor allem im Bereich der Arbeitsmarktpolitik und der sozialen Absicherung sind im Grünen Frauenbericht 2004 dargestellt. Grüne Frauenpolitik setzt sich für das selbstverständliche Recht jeder Frau auf freie und individuelle Möglichkeiten der Wahl eines eigenen Lebensplans ein.
Dass es 30 Jahre nach der Umsetzung der Fristenlösung in keinem Salzburger Krankenhaus die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs gibt, ist für Glawischnig daher eine untragbare Situation.

Gesetzlich können die Frauen zwar für die Abtreibung nicht mehr belangt werden, aber leicht gemacht wird es ihnen dennoch nicht, ihr Recht auf Selbstbestimmung durchzusetzen: „In Salzburg gibt es – nach der jüngsten Schließung einer privaten Abtreibungspraxis - derzeit keine offiziell bekannte Möglichkeit, die Schwangerschaft nach der Fristen-lösung abbrechen zu lassen. Die Frauen sind gezwungen nach Wien oder in andere Bundesländer auszuweichen. Dieser Abtreibungstourismus ist für die Frauen zermürbend und erniedrigend, hat scheinbar aber System“, kritisiert die Sprecherin der Grünen Frauen Salzburg, Martina Berthold. Ihre Forderung: leistbare Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Spitälern und auf Krankenschein

Nach der österreichischen Fristenlösung ist die Abtreibung bis zum 3. Schwangerschaftsmonat straffrei. „Dieses Grund-recht auf Selbstbestimmung wird gerade in letzter Zeit immer mehr in Frage gestellt und mit moralischen Agitationen bekämpft“, so Glawischnig und Berthold. Es dürfe aber für Frauen keinen Zwang gegen, eine unerwünschte Schwanger-schaft auszutragen, noch eine bestehende Schwangerschaft zu beenden. Die Lebensplanung und –gestaltung sei eine Individualentscheidung der Frau.

Seit den Aktivitäten der militanten Abtreibungsgegner der Human Life International werden Frauen auch in Salzburg belästigt und zwangsberaten. Wie stark diese radikal-religiösen Gruppen bereits agieren, zeigt sich daran, dass der ÖAMTC auf ihren Druck hin ein Inserat über Verhütungsmitteln nicht mehr veröffentlichen will.

Neben Vorarlberg und Tirol ist Salzburg eines der drei westlichsten Bundesländer, in denen in keinem öffentlichen Krankenhaus Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden. Und das solle auch so bleiben, war eine der ersten Aussagen der Neo-Familienlandesrätin Doraja Eberle. Mit ihrer Aussage „Bei Abtreibungen bin ich radikal“ und der Weigerung, die Abtreibung in öffentlichen Spitälern in das Regierungsübereinkommen aufzunehmen, „hat Eberle ganz klar den ÖVP-Kurs der nächsten Jahre festgelegt“, meint Berthold. Die ÖVP-Landesrätin weigere sich damit, die gesetzlichen Bestimmungen zum straffreien Schwangerschaftsabbruch auch in Salzburg Wirklichkeit werden zu lassen.

Gespannt ist die Grüne Frauen-Sprecherin, wie sich SPÖ-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in dieser Frage verhalten wird: Als Frauen- und Gesundheitsressortchefin könnte Burgstaller Abtreibungen in den Landeskliniken auch außerhalb des Regierungsübereinkommens umsetzen.
Berthold: „Da wird sich zeigen, ob Burgstallers bekennender Feminismus die Koalitions-Zwangjacke sprengen wird.“ Deren Parteivorkämpferinnen hätten jedenfalls bereits 1926 im Linzer Parteiprogramm die Straffreiheit der Abtreibung und die Übernahme der Kosten durch den Staat gefordert. „Für die Salzburgerinnen steht die Umsetzung dieser Forderungen dringender denn je an!“ Die Unterstützung der Grünen im Einsatz um dieses Selbstbestimmungsrecht der Frauen habe Burgstaller jedenfalls.

Die Grünen Frauen fordern leistbare Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Spitälern und auf Krankenschein. Darüber hinaus sollen – nach französischem Vorbild - Kliniken durch Demonstrations-Bannmeilen vor Belästigung und Agitation geschützt werden. Mifegyne soll auch von niedergelassenen ÄrztInnen verabreicht werden können. Gleichzeitig ist jedoch auch eine verstärkte Verhütungsinformation erforderlich. „Die Übernahme der Kosten für die Verhütungsmittel durch die Kassen, wie es in einigen europäischen Ländern der Fall ist, würde viel Not verhindern“ gibt sich Berthold überzeugt.

Für Rückfragen: Martina Berthold
Sprecherin der Grünen Frauen Salzburg
(0664 / 828 4 121)


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