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Gewerkschaften/AUGE/NÖ/AK-Wahl
AK-Wahl 2004: Atypisch Beschäftigte
weiterhin ohne Interessenvertretung
Utl.: Hauptwahlkommission streicht "neue Selbständige"
von
Niederösterreich-Liste der Grünen und
Alternativen
GewerkschafterInnen (AUGE) =
St. Pölten (Auge) - Wie nicht anders zu erwarten, wurde die
auf Platz 6 der AUGE-NÖ-Liste gereihte "neue Selbständige"
Betty Kopp aus Gmünd in der gestrigen Sitzung der AK-Hauptwahl-Kommission
als Kandidatin gestrichen. Liane Marecsek, Spitzenkandidatin der AUGE-NÖ:
"Die Situation ist absurd, für die Wirtschaftskammer sind die
"neuen Selbständigen" zu wenig selbständig, für die AK
wiederum zuviel. Keiner fühlt sich für deren Interessen zuständig,
entsprechend schlecht ist auch deren sozialrechtliche Absicherung." Für
die grünen GewerkschafterInnen stellen die sogenannten neuen Beschäftigungsformen
klassische ArbeitnehmerInnenverhältnisse dar, allerdings ohne
ausreichenden Schutz im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Auch
der durchschnittliche Stundenlohn liegt mit 7,73 deutlich unter jenem von
Normalarbeitsverhältnissen (10,--) Marecsek: "Mit der Kandidatur von
Betty Kopp wollten wir demonstrieren, dass der ArbeitnehmerInnenbegriff
der AK nicht mehr zeitgemäß ist. Eine Öffnung der AK für atypisch
Beschäftigte ist dringend notwendig. Eine immer größere Zahl von
ArbeitnehmerInnen bleibt sonst von jeder gesetzlichen Interessenvertretung
ausgeschlossen." Dies trifft vor allem Frauen, stellen sie doch die
Mehrzahl der von diesen atypischen Beschäftigungsverhältnissen
Betroffenen dar. (Im November 2003 waren von ins. 220.682 geringfügig
Beschäftigten 156.071 Frauen, bei ins. 24.388 freien DienstnehmerInnen
12.192 Frauen; Quelle: BMWA) Marecsek: "Die Interessen atypisch Beschäftigter
in der AK verankern, heißt auch vor allem Fraueninteressen verstärkt zu
berücksichtigen. Die AK darf sich nicht länger über die Interessen
(vorwiegend) männlicher Vollerwerbstätiger definieren." In einer
von der AK selbst in Auftrag gegebenen Studie über atypisch Beschäftigte
wird festgestellt: "Fast durchgängig wird das Fehlen einer starken
Lobby bzw. Interessenvertretung vermisst." Bloß, die richtigen Schlüsse
hat die AK bisher aus ihren eigenen Studien noch nicht gezogen. Die AUGE
fordert daher die rasche Gewährung des passiven Wahlrechts zur AK für
alle atypisch Beschäftigten.
Siehe
auch Bericht in Maiausgabe der Solidarität: >hier<
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