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Alternative und
Grüne GewerkschafterInnen / UG Salzburg
C/O Robert
Müllner, , Tel: 0676 / 911 10 09
Samstrasse 30
A-5023 Salzburg
Mail:
robert.muellner@auge-ug.at
www.auge-ug.at
An die 5.
Vollversammlung am 02.11.2010
der Kammer für
Arbeiter und Angestellte Salzburg
JA zu einer sozial ökologischen Steuerreform –
NEIN zur Budgetsanierung unter einem „ökologischen Deckmäntelchen“!
Nicht zuletzt aufgrund der klaren Verfehlung der Kyoto Ziele und aus
Gründen des Klima- und Umweltschutzes ist eine grundlegende Reform des
österreichischen Steuersystems – auch in ökologischer Hinsicht –
dringend geboten.
Das
österreichische Steuersystem ist nach wie vor durch eine hohe
steuerliche Belastung von Arbeit bei niedriger Belastung von Kapital und
Vermögen UND bei einer verhältnismäßig geringen Belastung von
klimaschädigenden Energieträgern geprägt:
-
so liegt der Anteil an Umweltsteuern
am gesamten Steueraufkommen laut WIFO im Jahr 2006 in Österreich mit
5,9% unter dem EU-27 Schnitt mit 6,4%. In Dänemark liegt der Ökosteuer
Anteil bei 12,2%, in den Niederlanden bei 10,4%.
-
Arbeit ist im europäischen – und auch internationalen Vergleich –
dagegen steuerlich überdurchschnittlich belastet: So lagen in
Österreich die Lohnsummensteuern (z.B. Kommunalabgabe,
Wohnbauförderungsbeitrag ...) im Jahr 2005 bei 2,6% des BIP, in OECD
Europa dagegen bei lediglich 0,3%, innerhalb der EU-15 und EU-19 bei
0,4%. Der implizite Steuersatz auf Arbeit lag 2008 in Österreich bei
41%, innerhalb der EU-25 dagegen bei 37%.
Eine weitgehend aufkommensneutrale, sozial ökologische Steuerreform mit
dem einfachen Grundprinzip, die steuerliche Belastung weg von Arbeit und
ArbeitnehmerInnen hin zu klimaschädigendem Energie- und Umweltverbrauch
umzuschichten, ist daher naheliegend und würde damit zwei Effekte
erzielen:
-
einen lenkungspolitischen - weg von nicht erneuerbaren, fossilen und
Klima- und Umweltschädigenden Energieträgern hin zu erneuerbaren,
umwelt- und klimafreundlichen Energien, sowie zu mehr Energieeffizienz
bzw. - sparen.
-
Einen verteilungspolitischen – nämlich die im internationalen und
europäischen Vergleich hoch besteuerte Arbeit und die hoch besteuerten
ArbeitnehmerInnen im Gegenzug steuerlich zu entlasten (gleichzeitig
muss allerdings auch festgehalten werden, dass wohlhabende,
einkommensstarke Menschen in der Regel einen höheren
Ressourcenverbrauch haben, als einkommensschwache – Ausnahme: Heizen)
Im
Rahmen der einnahmeseitigen Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung wird auch
eine Erhöhung von Massensteuern – unter anderem die Mineralölsteuer –
diskutiert. Diese Steuererhöhung wird unter dem Deckmantel einer
„Ökologisierung“ des Steuersystems diskutiert. Mit einer sozial
ökologischen Steuerreform im Sinne einer mit der Erhöhung von
Energiesteuern einhergehende Entlastung von Arbeit und ArbeitnehmerInnen
hat diese Steuererhöhung aus Budgetsanierungsgründen allerdings nur
wenig zu tun. Ein Entlastung von Arbeit und ArbeitnehmerInnen ist
allerdings – weil diese das Budget einnahmeseitig nicht verkraften
würde, wie es heißt – nicht angedacht!
Damit entlarvt sich die vermeintliche Ökologisierung vor allem als reine
Geldbeschaffungsmaßnahme zur Sanierung des Budgetdefizits, und
widerspricht dem Grundgedanken einer sozial ökologischen Steuerreform,
wie sie überwiegend von Wissenschaft, Umweltverbänden etc. eingefordert
wird – nämlich:
-
gerecht (Z.B jede Tonne CO 2 kostet gleich viel, egal ob Diesel oder
Benzin) und ökologisch zu sein – insbesondere sozial ausgewogen zu
sein (z.B. über Ökobonusmodelle als Steuergutschrift oder Transfer).
-
plan- und vorhersehbar zu sein (damit UnternehmerInnen und BürgerInnen
darauf angemessen reagieren können – was ja auch EIN Ziel ist).
-
Mehreinnahmen zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen und
entsprechender Beschäftigung dient, und so – etwa über ein Mehr an
Mobilität durch bessere öffentliche Verkehrsmittel oder weniger an
Heizkosten wegen thermische Sanierung – an die Haushalte
zurückerstattet wird.
-
Und eingebettet in eine ökologische Wirtschaftspolitik sind.
Die
AK – Salzburg sieht durchaus die Dringlichkeit einer Ökologisierung des
Steuersystems gegeben – allerdings nicht als Massensteuererhöhung, wie
von konservativer Regierungsseite immer wieder eingefordert.
-
Dass die Reform des österreichischen Steuersystems nach dem sozial
ökologischen Grundprinzip „fossile, klimaschädigende Energieträger
höher besteuern – Arbeit und ArbeitnehmerInnen entlasten“ und dadurch
Anreize für Energiesparen, Energieeffizienz und die Verwendung Klima-
und Umweltschonender Technologien in Produktion, Verkehr, Wärme- und
Stromgewinnung zu fördern, prinzipiell Begrüßens- und Verfolgens wert.
-
Die alleinige Erhöhung von Massensteuern unter dem Deckmantel einer
„Ökologisierung“ zur Budgetsanierung ohne gleichzeitige steuerliche
Entlastung von Arbeit und ArbeitnehmerInnen bzw. BezieherInnen
sozialer Transfers wird allerdings als sozial unausgewogen und vor
allem untere und mittlere Einkommensschichten belastend abgelehnt.
Die
AUGE/UG stellt daher den
A N T R A G
Die 5. Vollversammlung der AK- Salzburg fordert die Bundesregierung auf,
mit einer sozial ökologischen Steuerreform dafür Sorge zu tragen:
-
eine weitgehend aufkommensneutrale sozial ökologische Steuerreform
entlang oben erwähnter Grundprinzipien sowie begleitende Klima- und
wirtschaftspolitische Maßnahmen umzusetzen.
-
den Umstieg von fossilen auf Klima- und umweltfreundliche
Energieträger insbesondere zur Wärmegewinnung auch finanziell zu
fördern („Heizkesseltauschprogramme“)
-
über einen „Umweltbonus“ einen sozialen Ausgleich zu schaffen
-
mit mehr öffentlichen Mittel zur Klima- wie Beschäftigungspolitisch
besonders wirksame thermische Sanierung des Althausbestandes
(insbesondere für gemeinschaftliche und damit ressourcensparende Wohn-
und Siedlungsformen) frei zu machen.
-
die öffentliche Mobilität zu fördern und über den Ausbau, die
Verdichtung und Attraktivirung öffentlicher Verkehrsmittel ein
entsprechendes flächendeckendes Alternativangebot zum motorisierten
Individualverkehr zu schaffen.
-
durch eine aufkommensneutrale Absenkung lohnbezogener Abgaben (nicht
Sozialversicherungsbeiträge) Arbeit steuerlich zu entlasten und
alternativ aus höheren Ökosteuern gegen zu finanzieren.
-
die Unternehmen gegenüber privaten Haushalten im Zuge einer
Ökologisierung des Steuersystems nicht steuerlich zu bevorzugen.
Als
Maßnahmen schlägt die AK Salzburg die schrittweise Umsetzung einer
aufkommensneutralen, sozial ökologischen Steuerreform im Umfang von ca.
3 Mrd. Euro nach Vollausbau vor, die folgende Maßnahmen umfasst:
-
eine
CO 2 Abgabe.
-
eine
behutsame Erhöhung der Mineralölsteuer, Angleichung der MÖST für
Diesel an jene für Benzin, keine MÖSt Befreiung für „Bio Sprit“, sowie
keine steuerliche Bevorzugung von Agrardiesel.
-
die
Umsetzung einer flächendeckenden LKW Maut.
-
Einführung einer Kerosinabgabe auf EU Ebenen.
-
Erhöhung bzw. Ökologisierung von Verschmutzungssteuern (z.b.
Normverbrauchsabgabe nach CO2 – Bonus- Malus System ausdifferenziert,
Ökologisierung der Kfz-Steuern, Düngemittel- und Pestizidsteuer.
-
Stärkung der Umweltkomponente in der Wohnbauförderung (Förderungen nur
für ökologisches und energieeffizientes Bauen nach Stand der Technik,
verstärkte Nutzung von Mitteln aus der Wohnbauförderung zur
thermischen Sanierung).
-
Im Zuge der schrittweisen Einführung ökologischer Abgaben im Gegenzug
schrittweise Senkung und entsprechend alternative Finanzierung des
Wohnbauförderungsbeitrags und der Kommunalsteuer, die bislang
lediglich die Lohnsumme als Bemessungsgrundlage haben.
Um
soziale Ausgewogenheit im Rahmen einer sozial ökologischen Steuerreform
zu garantieren sowie Anreize für ökologisches, energiesparendes
Verhalten zu fördern, sind Maßnahmen zu setzen, die u.a. umfassen:
-
Einen Ökobonus als Lohn- bzw. Einnkommenssteuergutschrift bzw. soziale
Transferleistung zur steuerlichen Entlastung kleiner und mittlerer
EinkommensbezieherInnen.
-
Eine Ökologisierung der PendlerInnenpauschale sowie steuerliche
(Teil-) Absetzbarkeit von Monats-/ Jahrestickets für öffentliche
Verkehrsmittel.
-
Zweckwidmung von Mitteln aus der LKW-Maut sowie einer höheren
Mineralölsteuer für den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel.
-
Einrichtung eines Klimaschutzfonds aus dem flächendeckende
Energiesparberatung, Energiesparmaßnahmen sowie Umstiegs Hilfen zu
erneuerbaren Energien angeboten bzw. Co - finanziert werden
Für die AUGE/UG
Müllner Robert |