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Alternative und Grüne GewerkschafterInnen / UG Salzburg C/O Robert Müllner, , Tel: 0676 / 911 10 09 Samstrasse 30 A-5023 Salzburg Mail: robert.muellner@auge-ug.at www.auge-ug.at
An die 4. Vollversammlung am 27.05.2010 der Kammer für Arbeiter und Angestellte Salzburg
Transparenz bei Vermögen und Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit, statt Eingriffe ins Privatleben von Menschen mit niedrigen Einkommen Im Oktober 2009 trat Finanzminister Pröll mit der Forderung nach Schaffung eines Transferkontos in die Öffentlichkeit. Zur Untermauerung seiner Forderung verwies er auf eine angebliche Studie, die mit falschen Zahlen, fehlerhaften Annahmen und absurden Umdeutungen der Realität operierte. In einer Unterlage des Finanzministers wurden diese Zahlen, Annahmen und Umdeutungen verbreitet und flossen so in die Berichterstattung ein. Warum das Finanzministerium falsche Zahlen etwa betreffend die Höhe der vom Ministerium selbst ausbezahlten Familienbeihilfe veröffentlicht, fragte niemand. Zur Begründung dieses Vorschlags griff der ÖVP-Obmann tief in die Trickkiste der Halbwahrheiten und der Stimmungsmache: „Auf der einen Seite ist das Monatsgehalt für Arbeiter und Angestellte bis 1.205 Euro steuerfrei. Daher zahlen 2,7 Mio. Menschen keine Lohn- und Einkommensteuer. Gleichzeitig sind diese Menschen aber die Hauptempfänger zahlreicher einkommensabhängiger Beihilfen. Das führt dazu, dass „Steuerzahlerfamilien“ oft ein weit niedrigeres Familieneinkommen haben als jene, die gar keine Steuer zahlen, aber Anspruch auf zahlreiche Beihilfen haben. Ich frage mich – und ich frage Sie: Ist das Verteilungsgerechtigkeit?“ In Klassenkampf-Rhethorik verfiel auch ÖVP-Klubobmann Kopf, der aus der Tatsache, dass Österreich eine hohe Sozialquote hat (was, wie jeder halbwegs gebildete Mensch wissen muss, nur bedingte Aussagekraft hat) schloss, es wäre „wohl klug, da oder dort zu kürzen.“ Ein kurzfristig von der ÖVP unter fragwürdiger Verwendung einer Webadresse der Bundesregierung ins Netz gestellter Vorschlag für ein Transferkonto entpuppte sich als Eingriff ins Privatleben von Menschen mit niedrigem Einkommen. Darin vermerkt waren etwa neben dem Religionsbekenntnis auch die Inanspruchnahme einer Förderung für eine Kinderferienaktion, einer Förderung für frauenspezifische Aktivitäten, einer Familienurlaubsaktion und eines Säuglingsgutscheins der Gemeinde Perchtoldsdorf. Während des Wahlkampfes zur Wirtschaftskammerwahl griffen auch Funktionäre des Wirtschaftsbundes angebliche Beispiele von Menschen auf, die mit Transfereinkommen ein höheres Einkommen erwirtschaften als andere mit Arbeit. Diese Beispiele haben alle miteinander eines gemeinsam: Sie sind haarsträubend und falsch. Der Wirtschaftsbund Kärnten erlaubte sich sogar, eine monatliche Auszahlung einer Heizbeihilfe in Kärnten zu erfinden. Eine parlamentarische Enquete im Jänner 2010 erbrachte einen eindeutigen Befund: Hinsichtlich der Verwendung von Transferleistungen besteht fast 100-prozentige Transparenz. Transparent ist auch die Struktur der Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit. Weitgehend im Dunkeln tappen ForscherInnen wie Behörden jedoch bei den Einkommen von selbständig Erwerbstätigen und bei Vermögen. Alois Guger vom wifo formulierte es so: „Da Transparenz angesprochen wurde, möchte ich festhalten – es wurde zum Beispiel behauptet, wir hätten überhaupt keine Transparenz:
Vergleichbar kann man es nicht darstellen, da müsste eine eigene Studie erstellt werden. So viel zum Thema Transparenz.“ Dennoch hat der Ministerrat am 2. März den Beschluss gefasst, die Vorarbeiten zur Erstellung einer „Transparenzdatenbank“ bis Jahresende abzuschließen. Dieser Beschluss wurde von der ÖVP als Durchsetzung ihrer Forderung nach einen Transferkonto gefeiert. Angesichts der Tatsache,
Die AUGE/UG stellt daher den A N T R A G Die 4. Vollversammlung der AK- Salzburg lehnt die Schaffung einer zentralen Datenbank von Menschen mit niedrigem Einkommen erhaltenen Sozialleistungen ab. Auf Grund der Tatsache, dass:
beauftragt die 4. Vollversammlung der AK- Salzburg ihre VertreterInnen mit allen gebotenen politischen wie rechtlichen Mittel gegen die geplanten tiefgreifenden Eingriffe in die Privatheit von Menschen vorzugehen. Gleichzeitig fordert die 4. Vollversammlung der AK- Salzburg die Bundesregierung auf, zur Herstellung von Transparenz die weitgehende Intransparenz betreffend Selbständigeneinkommen und Einkommen aus Vermögen kurzfristig zu beseitigen. Für die AUGE/UG Müllner Robert |