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Alternative und Grüne GewerkschafterInnen / UG Salzburg
C/O
Robert Müllner, , Tel: 0676 / 911 10 09
Samstrasse 30 A-5023 Salzburg
Mail: robert.muellner@auge-ug.at
www.auge-ug.at
An die 3.
Vollversammlung am 28.10.2009
der Kammer für
Arbeiter und Angestellte Salzburg
Soll das Krankenkassenpaket halten, so braucht es
jedenfalls neue zusätzliche Finanzierungsquellen für die Krankenkassen!
Offensichtlich wird es in der rot-schwarzen Bundesregierung nicht
besonders geschätzt, wenn einmal ein Regierungsmitglied der Bevölkerung
reinen Wein einschenkt. Gesundheitsminister Stöger hat vollkommen recht,
wenn er davon spricht, dass die Krankenkassen zusätzliche und neue
Finanzquellen brauchen. Wer das Gegenteil behauptet, leidet schlichtweg
an Realitätsverweigerung.
1,7
Milliarden Euro. Das ist jene Summe, die die Krankenkassen bis 2013
weniger ausgeben müssen, wenn sie die von der Regierung in Aussicht
gestellten drei Mal 150 Millionen plus 100 Millionen aus dem so
genannten "Strukturfonds" lukrieren wollen. Während man in der Koalition
erst einmal erleichtert ist, das Thema zumindest vorübergehend beiseite
legen zu können, ist man andernorts alarmiert. Die Gesundheitsberufe -
Konferenz, in der vom Hebammengremium bis zu den Kneipp-Bademeistern
sämtliche Gesundheits-Institutionen vertreten sind, warnt bereits vor
Einschnitten bei der öffentlichen Versorgung.
Einsparungspotentiale hin, Einsparungspotentiale her.
Es drohen massive Leistungskürzungen, mehr und höhere Selbstbehalte und
noch stärkerer Druck auf die Beschäftigten im Gesundheitssystem, einer
Branche, wo die Burn-Out-Rate ohnehin bereits besonders hoch ist. Wer
das Gegenteil behauptet, streut den Menschen Sand in die Augen!
Das bedeutet folgendes: Für die Patienten direkt spürbar sind die
geplanten "Kostendämpfungen" bei den Physiotherapeuten: Dort geht es um
8 Millionen Euro, die mittels Kontingentierung erreicht werden sollen.
Wer mehr als die von der Kasse bewilligten Therapieeinheiten braucht,
muss selbst bezahlten. Auch die Rettungstransporte sollen ihr Scherflein
beitragen: Und dieses Scherflein wird mit 36 Millionen beziffert.
Angesichts dramatisch steigender Arbeitslosigkeit, der Zunahme prekärer
und atypischer Beschäftigungsverhältnisse und einer seit Jahrzehnten
rückläufigen Lohnquote müssen die Krankenkassen zwangsläufig in
Finanzierungsprobleme kommen. Die Finanzierungsbasis der Krankenkassen
wird zusehends ausgehöhlt, bricht regelrecht weg. Dass angesichts dieser
Fakten die Krankenkassen in grobe Finanzprobleme geraten, verwundert
nicht weiter. Wer ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem erhalten
will muss neue Finanzierungsquellen erschließen.
Die
AUGE/UG stellt daher den
A N T R A G
Die
3. Vollversammlung der AK- Salzburg fordert die Bundesregierung auf,
neue zusätzliche Finanzierungsquellen für die Krankenkassen zu finden.
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Es ist
nicht nachvollziehbar, warum alleine Einkommen aus Arbeit für die
Finanzierung der Krankenkassen herangezogen würden.
Die Lohnquote ist seit 1978 von über 78 auf 64 % gefallen,
gleichzeitig sind die Einkommen aus Gewinnen, aus Vermögen – also
Zinseinkommen oder Einkommen aus Vermietung und Verpachtung – deutlich
gestiegen. Es wäre daher nur naheliegend, wenn auch diese Einkommen
zur Finanzierung des Gesundheitssystems herangezogen würden. Diese
Einkommen werden gegenüber Arbeitseinkommen hinsichtlich Steuern und
Krankenversicherungsabgaben unverständlicherweise bevorzugt. Eine
Verbreiterung der Finanzierungsgrundlage der Krankenkassen würde nicht
nur die Finanzierungskrise der Krankenkassen beheben, sondern böte
mittelfristig auch die Möglichkeit, Krankenversicherungsbeiträge auf
Arbeitseinkommen zu senken und so Arbeit zu entlasten.
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Von den
erreichten Gesundheitsstandards darf trotz der finanziellen Probleme
der öffentlichen Haushalte und der Krankenkassen nicht abgegangen
werden: Das wäre ein Anschlag auf die Gesundheit der Bevölkerung und
auf Sicht wäre es auch wirtschaftlich nicht vernünftig. Eine
Verschlechterung der Gesundheitsversorgung führt mittelfristig zu mehr
Krankenständen, krankheitsbedingten Frühpensionen und schlechterer
Arbeitsleistung und ist damit auch eine Belastung für die Wirtschaft.
Exzellente öffentliche Gesundheitsversorgung für alle ist daher nicht
nur ethisch unverzichtbar, sondern auch eine Investition in den
Wirtschaftsstandort.
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Wir
müssen in Gesundheit investieren, uns mehr auf Prävention
konzentrieren, gesunden Lebensstil fördern und dynamische und
nachhaltige Gesundheitssysteme schaffen. Da ist die Forderung geradezu
grotesk, 8 Millionen Euro bei der Physiotherapie einzusparen zu
wollen.
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Damit die
Schulden der Kassen nicht mehr weiter ansteigen, müssten die
versicherungsfremden Leistungen, beispielsweise Krankenversicherung
für Arbeitslose und Wochengeld, in Zukunft direkt aus dem Bundesbudget
finanziert werden
Für die AUGE/UG
Robert Müllne |