AUGE / UG

Alternative und Grüne GewerkschafterInnen / UG Salzburg

C/O Robert Müllner, , Tel: 0676 / 911 10 09

Samstrasse 30 A-5023 Salzburg

Mail: robert.muellner@auge-ug.at

www.auge-ug.at

 

An die 3. Vollversammlung am 28.10.2009

der Kammer für Arbeiter und Angestellte Salzburg

 

Bildungsoffensive für lebenslanges lernen jetzt

Der Sozialbericht 2007/2008 des Arbeits- und Sozialministeriums zeigt einmal mehr deutlich den Zusammenhang zwischen Bildungsgrad, Arbeitsmarktchancen und Armutsrisiko:

  • Je höher der Bildungsgrad, desto geringer das Risiko arbeitslos zu werden.

  • Je höher die Bildung, desto höher das Einkommen und desto geringer das Armutsrisiko.

Der Zugang zu (höherer) Bildung ist allerdings nicht für alle gleich.
Es gibt – soziale – Barrieren. Wie Armut und Reichtum scheint sich auch Bildung zu „vererben“. Das zeigt sich etwa darin, dass 79 % aller MaturantInnen Eltern mit einem Uni-Abschluss haben, aber nur 17 % Eltern mit Pflichtschulabschluss. Die „soziale Selektion“ beginnt allerdings nicht erst bei höherer Bildung oder der Universität, sondern schon im Kindergarten. Der Zugang zu Bildungseinrichtungen ist in hohem Maße abhängig von Einkommen und sozialem Status, aber auch vom Wohnort. Je früher und professioneller Kinder pädagogisch betreut werden, desto besser sind ihre Leistungen in der Schule. Österreich hat es allerdings verabsäumt, Betreuungsplätze für Unter-3-Jährige auszubauen - nur 11,8 % der Unter-3-Jährigen sind in Kinderbetreuungseinrichtungen

Die Wirtschaftskrise zeigt auch sehr deutlich auf, das es vor allem schlecht Qualifizierte trifft. Daher muss gerade jetzt massiv in Bildung und Weiterbildung investiert werden. Investitionen in Bildung – von der Krippe bis zur Universität – und Weiterbildung, schaffen nicht nur unmittelbar Arbeitsplätze im Bildungs- und Betreuungssektor, sondern sind ein wesentlicher Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit in Österreich, wirken sie doch Arbeitslosigkeit und Armut entgegen.

Die AUGE/UG stellt daher den

A N T R A G 

 

Die 3. Vollversammlung der AK- Salzburg fordert die Bundesregierung auf, gemeinsam mit Ländern und Gemeinden entsprechende budgetäre Mittel
auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene sicher zu stellen.

 

Ein umfassendes Bildungspaket muss dabei folgende Maßnahmen umfassen:
 

  • Pädagogische Berufe sind gesellschaftlich und finanziell aufzuwerten.
     

  • Besonderer Bedeutung kommt dabei auch der Rekrutierung von Menschen mit Migrationshintergrund in pädagogischen Berufen zu, da auch Kindergruppen bzw. Klassen in ihrer Zusammensetzung immer heterogener werden

     

  • Der Zugang „bildungsferner“ Schichten zu Unis ist zu erleichtern:
    ArbeitnehmerInnen mit Lehrabschluss sollen fachspezifische universitäre Kurssysteme angeboten werden.
     

  • Das Nachholen der Studienberechtigungsprüfung ist stärker zu bewerben
     

  • Aktive Frauenförderung an den Universitäten (finanzielle Anreiz und Sanktionssysteme zur Gleichstellungsförderung, geschlechtergerechte Nachwuchsförderung etc.)
     

  • Lebensbegleitendes Lernen
    Ein Rechtsanspruch auf Bildungskarenz bei Bezug eines fiktiven Arbeitslosengelds / Grundsicherung.
     

  • Das Recht auf eine Woche bezahlte Bildungsfreistellung für alle ArbeitnehmerInnen im Jahr ist gesetzlich zu verankern
     

  • Gesetzliche Verankerung des Rechts auf Teilzeitbildungskarenz (Recht auf Teilzeit bei gleichzeitiger Aus- und Weiterbildung)
     

  • Für besonders gefährdete und benachteiligte ArbeitnehmerInnengruppen (ArbeitnehmerInnen mit max. Pflichtschulabschluss, Jugendliche ohne Pflichtschulabschluss etc.) braucht es umfassende Angebote an spezifischen Qualifizierungsprogrammen (Ausbau aufsuchender, niederschwelliger Bildungsberatung mit zielgruppenspezifischen Beratungsansätzen, kostenloses Nachholen des Pflichtschulabschlusses etc..)

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Für die AUGE/UG

Robert Müllner