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Alternative und Grüne GewerkschafterInnen / UG Salzburg
C/O
Robert Müllner, , Tel: 0676 / 911 10 09
Samstrasse 30 A-5023 Salzburg
Mail: robert.muellner@auge-ug.at
www.auge-ug.at
An die 2.
Vollversammlung am 28.05.2009
der Kammer für
Arbeiter und Angestellte Salzburg
Mehr Geld für arbeitslose Menschen! Jetzt!
Der deutliche
Anstieg der Zahl arbeitsloser Menschen ist Grund genug, sich mit der
Lebenssituation erwerbsarbeitsloser Menschen auseinanderzusetzen.
Der Publikation „Einkommen, Armut und Lebensbedingungen 2006“ der
Statistik Austria ist zu entnehmen, dass der Anteil der
armutsgefährdeten Menschen in der Gruppe der arbeitslosen Menschen bei
33%, bei von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen sogar bei 40%
liegt.
Ein Mensch, der in einem Jahr sechs Monate das durchschnittliche
Arbeitslosengeld und sechs Monate die durchschnittliche Notstandshilfe
erhalten hat, erreicht nur 75% der Armutsgefährdungsschwelle. Um die
Armutsgefährdungsschwelle zu erreichen, müsste sein Einkommen um ein
Drittel erhöht werden. Wer ein ganzes Jahr lang auf die
durchschnittliche Notstandshilfe angewiesen ist, erreicht nur knapp 52%
der Armutsgefährdungsschwelle. Dieses Einkommen müsste also verdoppelt
werden, um vor Armut zu schützen.
Österreich hat in
der Arbeitslosenversicherung mit 55% eine der niedrigsten
Nettoersatzraten Europas. Das bedeutet, dass erwerbsarbeitslose Menschen
in Österreich bei Arbeitslosigkeit nur 55% dessen erhalten, was sie
während ihrer Erwerbstätigkeit verdient haben.
Eine geringfügige Erhöhung der Nettoersatzrate in der
Arbeitslosenversicherung ist im Regierungsprogramm vorgesehen, jedoch an
Bedingungen geknüpft (Einführung der Mindestsicherung durch die
Bundesländer, die jedoch von Kärnten blockiert und vom Sozialminister
auf unbestimmte Zeit verschoben ist). Ebenso sieht die
Regierungsvereinbarung geringfügige Verbesserungen bei der Berechnung
der Notstandshilfe vor. Angesichts der unglaublich niedrigen Einkommen
der Betroffenen ist dies jedoch bei Weitem nicht ausreichend, um die
Armutsgefährdung bei arbeitslosen Menschen zu verringern.
Die niedrige Ersatzrate in der Arbeitslosenversicherung bekommt in der
aktuellen Wirtschaftskrise noch eine zusätzliche Dimension: Das
Arbeitslosengeld gilt auch als Bezugsgröße für die
Kurzarbeitsentschädigung. Das niedrige Arbeitslosengeld wird somit auch
für Menschen mit Job ein Problem!
Angesichts stark steigender Arbeitslosenzahlen werden in den nächsten
Monaten immer mehr Menschen von diesem Problem betroffen sein. Die
Nettoersatzrate in der Arbeitslosenversicherung muss daher schnell und
deutlich angehoben werden.
Wer in Österreich
arbeitslos wird und in der Folge auf Notstandshilfe angewiesen ist,
erhält immer denselben Betrag, selbst über Jahre hinweg. Die fehlende
Wertsicherung dieser Bezüge hat dazu geführt, dass die durchschnittliche
Notstandshilfe seit dem Jahr 2000 um mehr als acht Prozent an Kaufkraft
verloren hat.
Eine Anpassung von Bezügen aus der Arbeitslosenversicherung zumindest im
Ausmaß der Inflation ist daher unbedingt erforderlich!
Die niedrigen
Freibeträge zur Anrechnung auf das PartnerInneneinkommen in der
Notstandshilfe stürzen Familien in Existenzprobleme. Auf Grund der
Einkommensschere sind von der Kürzung der Notstandshilfe zu 90% Frauen
betroffen.
Aus diesem Grund ist die Anrechnung des PartnerInneneinkommens in der
Notstandshilfe ersatzlos abzuschaffen.
Die Verbesserung der Lebenssituation von arbeitslosen Menschen ist
gerade angesichts des drohenden Anstiegs der Arbeitslosigkeit ein Gebot
der Stunde. Eine Erhöhung der Nettoersatzrate sowie die Wiedereinführung
einer Wertsicherung hilft nicht allein den betroffenen arbeitslosen
Menschen, sondern ist auch ein Beitrag zur Überwindung der gegenwärtigen
Krisensituation, da gerade Menschen mit niedrigen Einkommen zusätzliches
Geld für den Konsum ausgeben.
Die Landtage von Wien und der Steiermark haben die Bundesregierung
aufgefordert, die Nettoersatzrate in der Arbeitslosenversicherung
entsprechend zu erhöhen. VertreterInnen aller politischen Parteien haben
sich dieser Forderung angeschlossen Gegenüber der Tageszeitung
Österreich forderte unsere Landeshauptfrau Burgstaller die Erhöhung der
Nettoersatzrate mit der grundsätzlich richtigen Begründung: „Bisher
erhält man im Regelfall nur 55 Prozent des vorangegangenen
Nettoeinkommens. Eine arbeitslose Alleinerzieherin hat weiter 100
Prozent der Kosten zu tragen“.
Die
AUGE/UG stellt daher den
A N T R A G
Die 02. Vollversammlung der AK- Salzburg fordert die Bundesregierung
auf, eine Gesetzesinitiative zu ergreifen, um
- die Nettoersatzrate in der Arbeitslosenversicherung auf 80% zu
erhöhen;
- eine Wertsicherung bei Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung zu
schaffen und
- die Anrechnung von PartnerInneneinkommen in der Notstandshilfe
abzuschaffen.
Für die AUGE/UG
Robert Müllner |