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Alternative und Grüne GewerkschafterInnen / UG Salzburg
C/O
Robert Müllner, , Tel: 0676 / 911 10 09
Samstrasse 30 A-5023 Salzburg
Mail: robert.muellner@auge-ug.at
www.auge-ug.at
An die 2.
Vollversammlung am 28.05.2009
der Kammer für
Arbeiter und Angestellte Salzburg
Keine Karottenspiele mit unserer Gesundheit!
Die im Zuge der
Budgetverhandlungen 2009 und 2010 vom Finanzminister in den Raum
gestellte Karotte für die Krankenversicherungsträger wird zu Recht als
solche bezeichnet: Sie verweist die Krankenversicherung auf Ziele, die
sie nie erreichen kann. Die viel zu niedrige Mittelzufuhr für die
nächsten Jahre führen unter anderem dazu, dass...
...die Krankenversicherungsträger im Jahr 2013 im besten Fall mit dem
selben Schuldenstand dastehen wie heute (nämlich ca. € 1,3 Mia.);...mit
den Beträgen der Versicherten Kreditzinsen in der Höhe von ca. € 35 Mio.
im Jahr bezahlt werden müssen und diese Mittel daher für Gesundheit
nicht zur Verfügung stehen;
...Investitionen in den Ausbau und Verbesserung des Gesundheitssystems
hintangestellt werden und die Schließung regionaler Versorgungslücken
unterbleibt;
...eine wachsende Zahl von Kassen in eine Situation gerät, in der sie
faktisch zahlungsunfähig sind.
„Auswege“ aus dieser Situation haben selbsternannte ExpertInnen wie etwa
der ehemalige Bundeskanzler Schüssel oder die ehemalige Volksanwältin
Korosec bereits in den Raum gestellt:
-
Abschaffung des solidarischen Systems zu Gunsten einer
Versicherungspflicht mit allen negativen Begleiterscheinungen
(Mehrklassenmedizin, weniger Mittel für Gesundheitsversorgung,...).
-
Auch das Positionspapier der Sozialpartner von Oktober vergangenen
Jahres enthält Vorschläge, die nicht unwidersprochen hingenommen
werden können. So etwa werden ein „Kassenwahlrecht“ und
„Leistungspakete“ (Seite 42) und damit faktisch das Ende der
solidarischen Versicherung angedacht. Auch die „Neuordnung der
Kostenbeteiligungen“ (Seite 44) stellt eher eine gefährliche Drohung
als eine positive Weiterentwicklung dar. Selbstbehalte im
Gesundheitssystem haben vor allem negative Lenkungseffekte. Sie sind
daher zu reduzieren.
-
Die Aussage des Finanzministers, die Regierung
hänge dem System eine Karotte hin, ist angesichts dieser Situation
nicht nur zynisch, sondern auch eine Verhöhnung der Versicherten: Sie
werden die Folgen des Ausblutens der Krankenversicherungsträger in den
letzten Jahren gleich mehrfach bezahlen müssen.
Die Aussage ist
aber auch realitätsverzerrend, da die von Pröll für die Karotte
verlangten Leistungen (Einsparungen, Kompetenzänderungen etc.) vielfach
kontraproduktiv sind (etwa die völlig undemokratische und sachlich nicht
gerechtfertigte Stärkung der Wirtschaftskammern in den Trägern, die
nicht mehr Effizienz, sondern nur mehr Vetoplayer schafft) und darüber
hinaus gesetzliche Änderungen notwendig machen, die nicht von den
Trägern umgesetzt werden können. Ob die Krankenversicherung die Karotte
am Ende überhaupt zu essen bekommen kann, hängt also nicht von ihrer
eigenen Aktivität, sondern von der Willkür politischer
Entscheidungsträger wie etwa des Wirtschaftsbundes oder der
Verantwortlichen einzelner Sonderversicherungsträger ab, die schon im
Sommer 2008 eine Entschuldung der Kassen willkürlich verhinderten.
Die
AUGE/UG stellt daher den
A N T R A G
Die 02.
Vollversammlung der AK- Salzburg fordert:
·
die vollständige Abdeckung der Schulden der Gebietskrankenkassen bis
Ende 2011;
·
die Finanzierung von krankenversicherungsfremden Leistungen aus
Mitteln des Bundesbudgets;
·
keine neuen Selbstbehalte für die Versicherten;
·
Ausbau der Prävention zur Verbesserung der Lebenssituation der
Betroffenen und Verringerung zukünftig zu erwartender
Gesundheitskosten;
·
zusätzliche Investitionen in Felder mit Unterversorgung (Ausbaus der
Versorgung für Kinder und ältere Menschen, in den Bereichen
Palliativmedizin, Prävention und Rehabilitation, Psychotherapie,
Schließung lokaler und regionaler Versorgungslücken);
·
Beibehaltung der Pflichtversicherung;
· Beibehaltung
der solidarischen Finanzierung der Krankenversicherung;
·
Schaffung einer Gesundheitsfinanzierung aus einer Hand durch den
Hauptverband der Versicherungsträger unter Einschluss der
Krankenanstaltenfinanzierung.
Für die AUGE/UG
Robert Müllner |