An die 11. Vollversammlung am 20.05.2008 der Kammer für Arbeiter und Angestellte Salzburg
Gratisangebot für qualitätsvolle Kinderbetreuung schaffen Gratiskindergärten bei unvermindert gutem Qualitätsstandard des pädagogischen Angebotes sind ein gutes Konzept, um in erster Linie Frauen einen leichteren Zugang des Wiedereinstiegs in die Arbeitswelt zu verschaffen, aber auch ein gutes Konzept, um jungen Familien von einem immer größeren Kostendruck zu entlasten. Das Angebot von Gratiskindergärten darf sich jedoch nicht auf den Vormittag beschränken, sondern muss genauso für den Nachmittagsbesuch gelten. Der Erwerbswiedereinstieg junger Mütter ist oft dadurch gehindert, dass sie aufgrund mangelnder Kinderbetreuungsmöglichkeiten am Nachmittag keine ausreichenden Jobangebote finden, insbesondere wenn ein Ganztagsjob statt eines Teilzeitjobs am Vormittag angestrebt wird. Die Einführung von Gratiskindergärten muss für ein ganzes Bundesland gelten. Es ist nicht einzusehen, dass nur Eltern ausgesuchter Gemeinden in den Genuss kommen sollen. Vor der Einführung muss also ein Gesamtkonzept von Gratiskindergärten ohne Qualitätsminderung in der Betreuungsarbeit geschaffen werden. Österreich liegt mit 3,1 Prozent des BIP in seiner Familienförderung zwar oberhalb des OECD-24 Gesamtdurchschnitts von 2,41 Prozent, jedoch hinter Staaten wie Ungarn, Frankreich oder Luxemburg, die sich die Familienförderung mit 3,5, 3,8 und 4,1 Prozent des BIP weitaus mehr kosten lassen. Als eines der reichsten Länder Europas sollte eine angemessene Familienförderung prioritär angegangen werden. Es geht also darum, künftig nicht nur eine Bundeslandweite Einführung anzustreben, sondern darauf hinzuwirken, dass mit Gratiskindergärten allen jungen Müttern und Vätern, ein Anreiz geboten wird, ihrem Kind eine umfassende pädagogisch wertvolle Erziehung angedeihen zu lassen. Darüber hinaus kann im Kindergarten bei entsprechender Förderung insbesondere für sozial schwächere Schichten ein gewisser sozialer Ausgleich geschaffen werden. Die AUGE/UG stellt daher den A N T R A G Die 11. Vollversammlung der AK- Salzburg fordert die Bundesregierung auf, sicherzustellen, dass künftig Gratiskindergärten bundesweit für Vor- und Nachmittagsbetreuung eingeführt werden, ohne den Qualitätsstandard zu mindern. Es muss darüber hinaus das Ziel sein, Kindergartengruppen für eine bessere Betreuung zu verkleinern und das Qualitätsangebot noch zu steigern. Sollte in einem ersten Schritt das Salzburgweite Gratisangebot für Kindergärten durchgesetzt werden, so ergeht an die Salzburger Landesregierung der Antrag, dieses Angebot für gleichermaßen alle Kinderbetreuungsmöglichkeiten landesweit zu gewähren. Für die AUGE/UG Gabi Wenghofer |