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An die 2. Vollversammlung am 03.06..2004 der Kammer für Arbeiter und Angestellte Salzburg
Sicherstellung der Nahversorgung für alle Bevölkerungsteile
In den vergangenen Jahren vollzog und vollzieht sich ein rasanter Strukturwandel in der Versorgung der Menschen mit Gütern des täglichen Bedarfes: Eine Konzentration von Waren und Anbietern an den Peripherien der Siedlungsräume mit riesigen Verkaufsflächen führt zur Ausdünnung der Nahversorgungsstruktur in den Zentren und in den Gemeinden. Untersuchungen belegen, dass vorwiegend die eigene Wohnung der Ausgangspunkt zum Einkauf ist. Das widerlegt die landläufige Meinung, dass auf dem Weg nach Hause von der Arbeit gleich der Einkauf erledigt wird. Der Nahversorger wird vorwiegend zu Fuß, von zu Hause aus frequentiert. Eine maximale Distanz von 500 m wird zu Fuß für den Einkauf zurückgelegt. Weitere Distanzen werden mit dem Auto und dann vorwiegend zu einem der großen Supermärkte, bewältigt. Eine damit verbundene Zunahme des Individualverkehrs wurde bisher von der Gesellschaft in Kauf genommen. Wie Personen, die über keine individuellen Verkehrsmittel verfügen (alte Menschen, Hausfrauen, Mütter mit Kleinkindern,…) zu ihren täglich benötigten Waren kommen, interessiert bisher zu wenig. Die Verbesserung und Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfes und die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit der Lebensmittelnahversorger wurde von der Politik und öffentlichen Hand inzwischen ansatzweise erkannt: Die Stadt Salzburg fördert Nahversorger für
und hat dadurch in den letzten 5 Jahren an 32 Betriebe gesamt € 87 000,- ausgeschüttet.
Das Land Salzburg fördert Nahversorger mit
Wie viel in Summe dafür aufgewendet wurden, konnte nicht recherchiert werden. Hauszustellungen werden in Salzburg nicht gefördert. Andere Städte und Bundesländer haben andere (bessere) Förderungen: Die Stadt Linz fördert im Besonderen Nahversorger, die auch Hauszustellungen anbieten: mit € 1000,- pro Jahr für die Hauszustellung 30 Betriebe, vor allem im Zentrum von Linz nehmen diese Förderung in Anspruch zusätzlich gibt es Förderungen von der Stadt Linz und vom Land Oberösterreich für die Nahversorger, die keine Hauszustellung machen (materielle und immaterielle, Pilotprojekte, Investitionen, Betriebsmittelunterstützung,…). Das heißt die Stadt Linz gibt alleine für die Förderung der Hauszustellung in der Stadt für 30 Betriebe € 30 000,- pro Jahr aus! Auch in den Landgemeinden ist der Strukturwandel im Lebensmittelhandel offensichtlich. Immer mehr kleine Lebensmittelhändler schließen. An den Gemeindegrenzen entstehen Supermärkte. Ohne Auto ist es kaum mehr möglich, sich die Waren des täglichen Bedarfes anzuschaffen. Zusätzlich droht damit auch eine Abwanderung und Verödung der ländlichen Gebiete Die kleinen Betriebe, Lebensmittelhändler und Nahversorger haben damit auch eine ganz zentrale Rolle im sozialen Miteinander und der sozialen Infrastruktur einer Gesellschaft. Was mit der Schließung von Nahversorgern begann, setzte sich im Auflassen von Gendarmerieposten, Postämtern, Bezirksgerichten fort. Diese Entwicklungen sind weder für den ländlichen noch für den städtischen Ballungsraum positiv. Es gibt einzelne Betriebe in Stadt und Land Salzburg, die aufgrund einer Überlebensnotwendigkeit einerseits, andererseits, um die Kundenfreundlichkeit zu gewährleisten, eine Hauszustellung anbieten. Diese ist für sie nicht kostendeckend und nur durch ein sehr, sehr großes Engagement der Kleinunternehmer möglich. Was wäre notwendig: neue, pfiffige Konzepte zur Nahversorgung entwickeln unbürokratische und nachhaltige Förderung der Nahversorger und Hauszustellung Förderung der anderen Nahraumstrukturen (Zulieferung mit Produkten aus angrenzenden Betrieben) Netzwerke aufbauen (Produzenten, Vermarkter, Verbraucher,…) Aufbau neuer , überlebensfähiger Strukturen (neue Konzepte) Augenmerk auf Siedlungsentwicklung legen Die AUGE/UG stellt daher den A N T R A G Die 2. AK-Vollversammlung beauftragt die Salzburger Arbeiterkammer zu überprüfen, welche neuen Förderrichtlinien für eine nachhaltige Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs (mit und ohne Hauszustellung) von Stadt und Land Salzburg sinnvoll sind. Für die AUGE/UG Jutta Tischler |